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Drei Herren tragen dunkelblaue Anzüge und stehen nebeneinander.

Fachkräfteallianz wird besiegelt

Region Hannover

Akteure und Akteurinnen aus Verwaltung, Wirtschaft und Bildung schließen einen Pakt für einen starken Wirtschaftsstandort.

Gemeinsam bilden sie künftig die "Fachkräfteallianz Region Hannover". Mit ihrer Unterschrift unter eine gemeinsame Erklärung haben Vertreterinnen und Vertreter von elf Institutionen den Zusammenschluss am Donnerstag, 11. September 2014, besiegelt.

Zuvor hatten Regionspräsident Hauke Jagau und Oberbürgermeister Stefan Schostok noch einmal betont, welche Herausforderung der Wettbewerb um gut qualifizierte Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Region Hannover darstellt, und aufgezeigt, wie wichtig eine gemeinsame strategische Ausrichtung ist, um dieser Herausforderung zu begegnen. Die Fachkräfteallianz in der Region Hannover versteht sich als Bestandteil der Fachkräfteinitiative Niedersachsen.

Arbeitsfelder

Bereits im Januar 2014 hatten sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Institutionen bei einer zweitägigen Klausurtagung mit dem Thema Fachkräftesicherung auseinandergesetzt. Acht Arbeitsfelder waren damals definiert worden:

  • Regionales Fachkräftemonitoring
  • Übergang Schule und Beruf / Ausbildung / Hochschule
  • Familie und Beruf
  • Standortmarketing
  • Strategische Personalentwicklung / Weiterbildung
  • Zuwanderung und Willkommenskultur
  • Kooperationen Hochschule und Region
  • Koordination der Informations- und Unterstützungsangebote

Zusammenarbeit über Institutionen hinweg

In der "Gemeinsamen Erklärung", die nun in den Räumlichkeiten der Leibniz Universität Hannover unterzeichnet worden ist, betonen die Beteiligten ihren Willen zur Zusammenarbeit. Ziele der Fachkräfteallianz sind, gemeinsam gute Arbeitsbedingungen und die Ordnung des Arbeitsmarktes zu fördern sowie die hohe Bedeutung von Tarifbindung und Sozialpartnerschaft in der Region Hannover zu betonen. Unter dem Dach der Fachkräfteallianz werden zukünftig verstärkt institutionenübergreifende Projekte entwickelt und kommuniziert.

Gruppenbild: 13 Personen stehen in zwei Reihen nebeneinander.

 

Die Fachkräfteallianz Region Hannover verbindet folgende Institutionen: Region Hannover, Landeshauptstadt Hannover, Agentur für Arbeit, Allgemeine Arbeitgebervereinigung Hannover und Umgebung e.V., Deutscher Gewerkschaftsbund, Handwerkskammer Hannover, hannoverimpuls, Hochschule Hannover, Industrie- und Handelskammer Hannover, Jobcenter Region Hannover, Leibniz Universität Hannover.

Statements zur Fachkräfteallianz

Hauke Jagau, Regionspräsident
Wir können dem Fachkräftebedarf begegnen, wenn wir die vorhandenen Potenziale richtig nutzen: Wir haben junge Menschen, denen wir einen guten Start ins Arbeitsleben durch eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen und eine sichere Perspektive bieten müssen. Für alle Unternehmen sollte im Rahmen eines zukunftsfähigen Personalmanagements auch die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Vordergrund stehen, um qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern optimale Arbeitsbedingungen  bieten zu können. Zudem sollten wir weniger prekäre Beschäftigungsverhältnisse zulassen und mehr Aufstiegschancen ermöglichen. Und wir haben die große Gruppe von Migrantinnen und Migranten und Zugewanderten aus dem Ausland, die wir willkommen heißen sollten und deren Potenziale wir endlich anerkennen müssen. Sie sind nicht nur für Unternehmen, sondern für die ganze Gesellschaft eine Bereicherung."

  

Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
"Es ist wichtig, dass wir im Wettbewerb um Fachkräfte jetzt diesen Schritt gehen. Mit dem hannoverschen Weg – der gemeinsamen Willensbekundung aller wesentlichen Akteurinnen und Akteure in der Region – legen wir den Grundstein für die Lösung einer zentralen Zukunftsaufgabe."

  

Bärbel Höltzen-Schoh, Vorsitzende der Geschäftsführung, Agentur für Arbeit Hannover
"Die demographische Entwicklung wird auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt bundesweit immer spürbarer. In bestimmten Branchen haben wir bereits Engpässe, in anderen zeichnen sie sich ab. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Qualifikationen der Bewerber. Die Region Hannover steht als Wirtschaftsstandort im Wettbewerb mit anderen Regionen. Nur gemeinsam durch eine enge Verzahnung unserer Ressourcen werden wir erfolgreich sein."

  

Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer der Allgemeinen Arbeitgebervereinigung Hannover und Umgebung e. V.
"Auch Fachkräfte haben Lieferzeit. Deshalb müssen wir alle Kräfte bündeln, um unser Bildungssystem so zu verbessern, dass es für Begabte durchlässiger wird und die Abbrecherquoten reduziert werden. Die Wettbewerbsfähigkeit unserer hannoverschen Firmen beginnt nicht erst in der Fabrikhalle oder im Forschungslabor. Sie beginnt bereits im Klassenzimmer. Deshalb unterstützen wir die Fachkräfteallianz."

  

Reiner Eifler, Regionsgeschäftsführer, Deutscher Gewerkschaftsbund
"Aus Sicht des DGB ist für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung ein sinnvoller Mix an Maßnahmen notwendig. Je nach Branche und Betrieb wird sich die jeweilige Situation sehr unterschiedlich ausprägen. Gleichzeitig ist die Bandbreite an Handlungsfeldern sehr groß. Sie reicht von Fragen zur Qualifizierung und Weiter-/Bildung über alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze, der Ausgestaltung von Arbeitsverhältnissen und diversen Arbeitsmarktaspekten bis zu der Debatte um vernünftige Rentenkonzepte. Gute Arbeit ist nach wie vor ein zentraler Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Stabile Arbeitsverhältnisse, tarifliche Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen sind die Grundvoraussetzung, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Außerdem können nur durch gute Arbeitsbedingungen die Beschäftigungs- und Arbeitsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten bleiben."

  

Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover
"Das Handwerk ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region Hannover. Es leistet einen deutlichen Beitrag für die Bereitstellung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Dies ist in Gefahr, wenn es uns nicht gelingt, die Themen Nachwuchsrekrutierung und Fachkräftesicherung in den Griff zu bekommen. Demografischer Wandel und der Trend zur Akademisierung sorgen dafür, dass immer weniger Bewerbungen beim Handwerk landen. Gleichzeitig können viele Betriebe ihren Fachkräftebedarf nicht mehr decken und müssen Lösungen für das Problem älter werdender Belegschaften finden. Von der Fachkräfteallianz erwarten wir daher vor allem ein an strategischen Zielen ausgerichtetes, abgestimmtes und nachhaltiges Vorgehen."

  

Ralf Meyer, Geschäftsführer der hannoverimpuls GmbH
"Im Kontext zukunftsorientierter Wirtschaftsförderung ist die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften am ersten Arbeitsmarkt bereits zum ‚harten‘ Standortfaktor für Unternehmen geworden. Die zielgerichtete Entwicklung von Fachkräftestrategien im Rahmen branchen- und technologieorientierter Wachstumsstrategien ist eine regionale Aufgabe zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. In der Region Hannover werden unter anderem im Bereich der Ingenieurswissenschaften überdurchschnittlich viele Fachkräfte ausgebildet. Eine Aufgabe wird es sein, diese mit attraktiven Angeboten an den Standort zu binden sowie zusätzlich potenzielle Arbeitgeber in der Region Hannover anzusiedeln."

  

Prof. Dr. Josef von Helden, Präsident der Hochschule Hannover
"Die Hochschule Hannover (HsH) freut sich auf die verstärkte Kooperation mit den Partnern der Fachkräfteallianz in der Region Hannover. Durch ihre regionale Verankerung in den anwendungsorientierten Studiengängen kann die HsH einen wirksamen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten: Die Hochschule gestaltet hier vorwiegend die Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung. Im Rahmen der offenen Hochschule wird bereits Berufstätigen ein Studium ermöglicht. Umgekehrt soll aber auch Studierenden, die ihr Studium vorzeitig beenden, die Möglichkeit gegeben werden als Fachkraft beruflich erfolgreich zu sein."

  

Prof. Dr. Günter Hirth, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hannover
"Die IHK Hannover hat die Fachkräfteallianz Region Hannover von Anfang an begrüßt und sich aktiv mit Vorschlägen beteiligt. Nun wird es in den nächsten Monaten und Jahren darauf ankommen, die identifizierten Handlungsfelder mit verteilten Rollen zu bearbeiten und voranzutreiben. Ein besonders wichtiges Anliegen ist uns, dass Image und Wissen über berufliche Ausbildung und berufliche Karrierewege verbessert werden. Das muss für Abgänger aus allen Schulformen gelten; auch für Gymnasien. Hierzu hat die IHK Hannover eine Ausbildungsoffensive gestartet. Zentraler Bestandteil werden Auszubildende des zweiten Ausbildungsjahres sein, die als Ausbildungsbotschafter an allgemeinbildende Schulen gehen, um über Berufe und Karrieremöglichkeiten aus erster Hand zu informieren."

  

Michael Stier, Geschäftsführer des Jobcenters Region Hannover
"Arbeitslosigkeit bedeutet Verschwendung von Talenten, die wir uns nicht leisten können, insbesondere die von Alleinerziehenden, Älteren und ausländischen Mitbürgern. Gerade die Talente dieser Menschen wollen wir in der Region stärker fördern."

  

Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover
"Die Leibniz Universität Hannover ist als Forschungs- und Bildungseinrichtung gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft und weiteren Partnern verantwortlich für die Entwicklung und Sicherung eines zukunftsfähigen, innovativen Standortes. ‚Mit Wissen Zukunft gestalten‘ – dieser Leitsatz unserer Universität gilt gleichermaßen in Forschung und Lehre. Unsere erfolgreichen Studierenden sind unsere Fachkräfte von morgen. Dabei stützen wir mit passgenauen Studienangeboten aktuelle innovative Berufsfelder und öffnen die Universität über spezifische Maßnahmen für neue Zielgruppen, beispielsweise über die Anrechnung von Qualifikationen und Kompetenzen aus beruflichen Kontexten."

  

(Veröffentlicht: 11. September 2014)