Innovative Problemlöser beim ersten Demo Day

Female Health Incubator

Bis 28. März für die zweite Runde bewerben!

Gesundheitsautonomie für Frauen, passgenaue Arbeitsschutzkleidung für Frauen im Gesundheitswesen – und ein Lösungsangebot für das große gesellschaftliche Thema „Pflege”.  Die ersten fünf Teams im Female Health Incubator haben nach sechs Monaten intensiver Arbeitsphase beim ersten Demo Day vielversprechende Geschäftskonzepte vor rund 50 Investor*innen und Interessierten präsentiert!

Hannover hat eine starke Gesundheitswirtschaft, das ist bekannt. Jetzt kommen fünf Startups dazu, die mit Geschäftsideen rund um das Thema weibliche Gesundheit punkten. Publikum und Fachjury beim ersten Demo Day des Female Health Inkubators – übrigens der erste Inkubator mit dem Schwerpunkt „Frauen“ landesweit! – waren begeistert von den innovativen, vielseitigen Ansätzen der Teams.

Denken, fühlen, schlafen – bei allem sind es die Hormone, die den Takt angeben, hormonelle Störungen sind die häufigste Ursache von Krankheiten. Das will das Team von Femveda, Katrin Blüge und Dragan Aldag, ändern. Die „digitale Therapeutin aus der Handtasche“ soll es Frauen in Zukunft möglich machen, über ein tragbares Device in Form einer Kette oder eines Armbands täglich den Hormonstatus zu messen und Beschwerden ganzheitlich nebenwirkungsfrei mit der neuen Health App zu behandeln. „Ein Besuch der App wird wie ein Besuch bei einer Therapeutin sein“, verspricht Katrin Blüge im Pitch. Sie selbst bringt jahrelange Erfahrung als Heilpraktikerin mit. Bei der Frage, welches Gründungsteam den größten Beitrag zum Thema „Frauengesundheit“ leistet, waren sich Jury und Publikum nach den fünf Präsentationen einig: Femveda. Das Team wurde Sieger des Abends und hat ein Einzelcoaching mit der Jury gewonnen, um weiteres Potenzial seiner unternehmerischen Idee zu heben.

Aber auch die anderen vier Teams konnten mit echten Problemlösern überzeugen: Das Team von HistaFit will Menschen mit einer Histamin-Intoleranz helfen, zu einem erfüllten und beschwerdefreien Leben zurückzufinden. Offiziell sind zwar nur 3-5 Prozent der Bevölkerung betroffen, aber auf Grund einer Vielzahl möglicher Fehldiagnosen ist die Dunkelziffer wohl deutlich höher. Man geht hier eher von 15-20 Prozent der Bevölkerung aus. Interessanterweise sind etwa 80 Prozent der Betroffenen Frauen.

Die Duftmanufaktur will Angstpatient*innen das Leben leichter machen und damit die bis zu fünfmal längere Behandlungszeit plus Zusatzkosten senken. Ihre Ready-to-Use-Düfte wurden bereits in diversen Sparkassen erprobt – und könnten etwa mit Lavendelnote die Stimmung in den 100.000 Zahnarztpraxen in Deutschland deutlich heben.

„It‘s Zight for your protection!“, so lautet der Slogan der beiden Zight-Gründerinnen. Sie wollen den Markt der Schutzkleidung im Gesundheitswesen gendersensibel neu aufrollen und bieten als erstes Produkt eine passgenaue Schutzbrille, die endlich auch bei Frauen Druckstellen und Hämatome durch schlechten Sitz vermeidet. Ein Milliarden-Markt, bei dem Expert*innen von 2019 bis 2027 ein Wachstum von 451 Prozent erwarten!

KindCare bietet über eine Plattform mit CMS und Datenbank und einer angegliederten mobilen App eine Lösung für die Pflege, denn auch hier sind es zu 70 Prozent Frauen, die das neben ihren Jobs und der Familienarbeit schultern. Unternehmen können für ihre Mitarbeiter*innen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements ein Abo abschließen. Tritt der Notfall „Pflege“ bei einem Angehörigen ein, ließe sich über die App schnell professionelle Hilfe organisieren.

Alle fünf Startups werden seit September 2020 über den neuen „Female Health Incubator“ von hannoverimpuls gefördert, mit dem Gründungen von oder mit Frauen dabei unterstützt werden, Geschäftsmodelle zu realisieren, die die weibliche Gesundheit im Fokus haben: „Der Demo Day war ein großartiger erster Aufschlag. Die Präsentation der Geschäftsideen zeigen, dass das Konzept des Female Health Incubators passgenau ist. Darüber hinaus bieten alle präsentierten Geschäftsmodelle Lösungen für zentrale gesellschaftliche Probleme. Es gibt bereits erste Interessierte für Kooperationen und/oder Investitionen. Besser kann Wirtschaftsförderung kaum funktionieren. Ich freue mich bereits jetzt auf die zweite Runde, die am 1. Mai 2021 startet“, erklärt Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls den Effekt des neuen Förderangebots. Der Schwerpunkt liegt auf „Femtech“ und „Digital Health“, wobei das Spektrum sehr breit ist bis hin zu Lifestyle-Produktlösungen für gendersensible Bedarfe. Interessierte Teams können sich mit ihren Geschäftsideen noch bis einschließlich 28. März 2021 über die Website www.fhi-hannover.de für den zweiten Durchlauf bewerben.

Im Projektzeitraum von jeweils sechs Monaten werden in insgesamt drei Durchläufen Teams intensiv durch Coaching, Workshops und Mentoring nach individuellem Bedarf begleitet und mit Investor*innen sowie Expert*innen vernetzt. Die Förderung ist dabei so konzipiert, dass sie auch teilzeitgeeignet ist und sich der individuellen Lebenssituation der Gründerinnen anpasst. Die Teams im Incubator-Programm können über ein halbes Jahr lang ein Gründungsstipendium der NBank erhalten, um ihre unternehmerische Idee auszuarbeiten und marktfähig zu machen. Nach der sechsmonatigen Intensivzeit folgt jeweils eine dreimonatige Fade-out-Phase. Gefördert wird der Female Health Incubator aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen des Projekts „Soziale Innovation“. Birgit Honé, Niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, ließ es sich zum Auftakt nicht nehmen, die Teilnehmer*innen beim ersten Demo Day in Hannover persönlich zu begrüßen.

Aber auch die Projektverantwortlichen bei hannoverimpuls sind stolz auf die Pionierarbeit: „Alle Teams haben sich unfassbar gut weiterentwickelt und je nach Ausgangslage ihre persönlichen Projektziele erreicht. So hat KindCare beispielsweise bereits Zusagen für eine Testphase von einem namhaften Unternehmen. Das Team Zight hat aus einer ersten Drahtbrille einen funktionierenden, designten 3D-Prototyp ihrer Schutzbrille erstellt. Und Femveda unternimmt erste Funktionstests mit künstlicher Intelligenz in ihrer Hormon-App. Wir freuen uns, dass nun alle mit viel Elan in die weitere Phase einsteigen“, fasst Dominique Gußmag, eine der Projektleiterinnen des Female Health Incubators bei hannoverimpuls, das Ergebnis des ersten Demo Days zusammen.

Die Veranstaltung wurde per ZOOM übertragen - und von Jan Egge Sedelis moderiert.

 

Die Startups beim Demo Day 1.0:

Zight will die persönliche Schutzausrüstung (PSA) für Frauen im Gesundheitswesen verbessern. Per Gesichts-Scan soll beispielsweise der Augenschutz, der bisher für die männliche Physiognomie optimiert ist, auch bei Frauen endlich gut sitzen – und Druckstellen oder Hämatome vermieden werden. Der 3D-Prototyp einer Schutzbrille wurde bereits entwickelt. Neben dem Gesundheitswesen warten noch weitere Arbeitsfelder auf passgenauen Arbeitsschutz, die das Team von Zight zukünftig versorgen möchte.

Die Duftmanufaktur will die Atmosphäre in Arztpraxen und Kliniken etwa für Angstpatienten deutlich optimieren. Menschliche Riechzellen sind fast direkt mit dem limbischen System verschaltet, die Hirnregion, die für die Verarbeitung von Erinnerungen und Emotionen zuständig ist. Die Duftmanufaktur will die Ergebnisse neurobiologischer Forschungen einsetzen, damit sich jede*r vor Ort wohlfühlt.

Das Team von Femveda will Frauen helfen, ihre Hormone zu verstehen und Beschwerden ganzheitlich nebenwirkungsfrei mit der neuen Health App zu behandeln. Die App erstellt ein umfassendes Profil der Nutzerin und gibt Lösungen für einen Ausgleich der Hormone mithilfe individualisierter Pläne und Kuren, optimaler Ernährung und vielem mehr. Die Analyse der hormonellen Situation kann mit einem Labor-Selbsttest zusätzlich unterstützt und ausgewertet werden.

Salami, Tunfisch, Sauerkraut oder Rotwein – sie alle enthalten viel Histamin, auf das besonders Frauen oft mit Beschwerden reagieren. Die beiden Ernährungs-Expertinnen von HistaFit haben seit ihrer Gründung im Mai 2020 schon tausende von Menschen mit einer Histamin-Intoleranz und anderen Unverträglichkeiten auf ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden unterstützt. Aktuell bietet HistaFit vor allem Onlinekurse und individuelle Ernährungsberatungen an, aber auch die

Einführung von physischen Produkten für Menschen mit einer

Histamin-Intoleranz ist in diesem Jahr geplant.

KindCare hilft Angehörigen von Pflegebedürftigen, deren Pflege zu organisieren. Über eine mobile App bietet KindCare ein persönliches Beratungssystem mit Dienstleistungen zur Organisation, Beratung und Begleitung bei der Pflege sowie eine Datenbank und Dokumente, die für die Pflege benötigt werden. Das Angebot richtet sich an Privatpersonen und Pflegeeinrichtungen sowie an Unternehmen, die es ihren Arbeitnehmer*innen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement kostenfrei zur Verfügung stellen können.

 

Infos zur Bewerbung (bis 28. März 2021) und zum zweiten Durchlauf, der am 1. Mai 2021 startet, finden Interessierte unter www.fhi-hannover.de





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