Unsere Gründungsstory Januar

„Pey“ lässt die digitalen Kassen klingeln

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Die Idee

Der 31-jährige Gründer klärt auf: „Bitcoins sind eine Internetwährung, mit der digital bezahlt werden kann. Bis jetzt ging das vor allem im eCommerce. Es funktioniert aber genauso gut im Laden um die Ecke.“ Dazu braucht es allerdings eine entsprechende technische, nutzerfreundliche Infrastruktur vor Ort. Gemeinsam mit acht Mitstreitern aus der Coworking-Kreativschmiede EDELSTALL in Linden entstand deshalb buchstäblich am Frühstückstisch die Idee, eine solche Lösung kurzerhand selbst zu entwickeln.

Das Smartphone zahlt

Ursprünglich nur Hobbyprojekt, entwickelte sich das Vorhaben zur Geschäftsidee, mit der man nun eine Vorreiterrolle übernimmt. Aus älteren Smartphones und einer Verkleidung aus dem 3D-Drucker bauten Ferrer und seine Kollegen innerhalb kürzester Zeit erste eigene Bezahlterminal-Prototypen. Die dort aufgespielte Software erledigt den Zahlvorgang – direkt in Euro umgerechnet. Damit lösten sie gleich zwei Probleme, die bisher Vorbehalte bei Händlern hervorriefen: Die Abwicklung über den Bezahldienstleister Bitpay umgeht die bei den Bitcoins aktuell noch starken Kursschwankungen. Die selbst entwickelte iPhone-App „Pey“ verwandelt das Smartphone des Kunden (zusammen mit der iBeacon-Technologie von Apple) in eine Art Fernsteuerung für das digitale Portemonnaie. Damit ist für Händler und Kunden das Bezahlen in digitaler Währung im Handumdrehen erledigt und genauso einfach wie mit Bargeld oder Karte. Eine Android-Version ist bereits in Arbeit. 

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PEY

Rund um den EDELSTALL wurden allerhand Läden mit der innovativen Bezahltechnik ausgestattet. Entstanden ist dadurch die weltweit längste Einkaufsstraße, auf der Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert werden: 2,5 Kilometer ist der „Bitcoin-Boulevard“ lang – ein Kilometer mehr als der bisherige Spitzenreiter Madrid – und er wächst. Bis Ende Januar wird es bereits in 30 Geschäften heißen können: „Bitcoins accepted“.

Währung der Zukunft?

Ferrer glaubt fest an die Zukunft des digitalen Bezahlens mit Bitcoins: „Zugegeben, bisher sind Bitcoins im Alltag noch eine Randerscheinung. Ich rechne aber damit, dass sie sich bis 2016 zum Massenphänomen entwickeln.“ Denn für die Händler bieten Zahlungen mit Bitcoins handfeste Vorteile. Zum einen sind keine komplizierten Verträge mit Kreditkartenanbietern erforderlich. Zum anderen fallen kaum Provisionskosten an, die bei EC- und Kreditkartenzahlung üblicherweise bei ein bis drei Prozent der Kaufsumme liegen – plus weiteren Gebühren. Und: das Geld geht ohne Verzögerung direkt beim Verkäufer ein. Aufwändige Verschlüsselungsverfahren machen die auch „Kryptogeld“ genannten Bitcoins zudem sehr sicher. „Mit nutzerfreundlicher Hardware werden Bitcoin-Zahlungen eine echte Konkurrenz für klassische Payment-Provider wie EC werden.“ Bis es soweit ist, können auf dem „Bitcoin-Boulevard“ wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, um die Terminals zu verbessern. 

Die Beratung

Ric Ferrer nutzte die Gründungsberatung der Gründerwerkstatt. Mit seinem Geschäftskonzept hat er sich außerdem beim aktuellen Ideenwettbewerb StartUp-Impuls beworben. Damit besteht im Februar die Chance auf den Gewinn des „Gründungspreises“ und zusätzliches Startkapital, das er für die Weiterentwicklung der Terminals und das Werben um Investoren für die Massenproduktion nutzen würde. „Besonders positiv finde ich, dass hannoverimpuls nicht an starren Business-Plänen festhält“, sagt Ferrer. „Business-Canvas-Model und Lean Management sind Ansätze, die viel besser für Start-ups geeignet sind – hannoverimpuls bringt das aktiv voran.“

Der Gründer

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Ric Ferrer

crypto terminal UG (haftungsbeschränkt)
Ricardo Ferrer Rivero
Schwarzer Bär 2
30449 Hannover
Tel.: 0551-16589853/ 0151-23046992
Mail: ferrer@533design.com

Bilder: Nicolás Hafele (nicolashafele.tumblr.com)