LOGISTIKIMMOBILIENMARKT

Marktstimmung: Optimistisch, anhaltend hohe Marktaktivität

Ausgewählte Logistik- und Industrieprojekte

Rossmann

Rossmann Burgwedel Visualisierung © phase 5 international GmbH
Rossmann Burgwedel Visualisierung

Im August 2022 startete ROSSMANN mit dem Bau eines neuen Logistikzentrums in Burgwedel. In direkter Nähe zur Firmenzentrale entsteht bis März 2024 (Planungsstand) für 100 Millionen Euro das ca. 41.000 qm große Gebäude für das Regionallager Burgwedel und für ROSSMANN-online. Das Gebäude wird in Anlehnung an das Zertifizierungssystem der DGNB gebaut und erhält u.a. eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. 550 Mitarbeitende werden hier künftig beschäftigt sein. 

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Verdion Expopark

© Olaf Mahlstedt

Der Verdion ExpoPark Hannover bietet nach geplanter Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts im September 2021 weitere rund 47.000 qm Logistik-, Gemeinschafts- und Büroflächen. Die Investitionssumme beträgt rund 60 Mio. Euro, angestrebt ist eine DGNB-Zertifizierung in Gold.

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VGP-Park

© Olaf Mahlstedt

Der VGP-Park Laatzen verfügt auf rund 24 ha insgesamt über eine Hallenfläche von rund 112.000 qm. Neben dem E-Commerce Unternehmen Connox (50.000 qm), der EDEKA-Gruppe (7.000 qm) ist der dritte Mieter der Maschinen- und Anlagenhersteller KraussMaffei, der neben rund 37.000 qm Hallenfläche auch ein Verwaltungsgebäude (18.000 qm) nutzen wird. Die Fertigstellung wird ab Ende 2021 bis zum zweiten Halbjahr 2022 erfolgen.

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Der Logistikimmobilienmarkt befindet sich weiterhin im Höhenflug. Die Region Hannover nimmt unter den deutschen Logistikregionen eine zentrale Rolle als nationale und europäische Logistikdrehscheibe ein und ist ein wichtiger Hafenhinterlandstandort für die Seehäfen in Norddeutschland. Vor allem Handels- und Industrieunternehmen treten als Nachfragende für Industrie- und Logistikimmobilien auf. Nachgelagert haben sich viele Kontraktlogistikfirmen, Kurier-, Express- und Paketdienstleister am Standort niedergelassen bzw. ihr Dienstleistungsportfolio erweitert. Marktprägend ist, dass die regionale Logistikwirtschaft eine hohe eigene Wertschöpfung aufweist und längst nicht mehr nur für reine Lager- und Transportaufgaben steht. Die Branche hat mehrere hochdynamische Jahre hinter sich, die Hallenflächenumsätze lagen Ende 2021 mit 425.000 qm erneut auf einem Höchststand.

MARKTSTIMMUNG UND TRENDS

Seit einigen Jahren beobachten die Marktakteurinnen und -akteure, dass die Nachfrage nach Logistik- und Produktionsflächen in der Region stark steigt. Seit 2018 hat sich die jährliche Nachfrage bei rund 400.000 qm stabilisiert. Die stabile und hohe Nachfrage trifft auf ein marktgerechtes Angebot an neuwertigen Bestandsimmobilien und Projektentwicklungen. In den letzten fünf Jahren (2017 bis 2021) wurden rund 735.000 qm Hallenfläche für Logistik und Produktion in der Region Hannover fertiggestellt. Die für die Jahre 2022 bis 2025 geplanten oder bereits bekannten Projekte summieren sich auf rund 500.000 qm Hallenfläche.

Bei Logistik- und Industrieimmobilien wurden 2021 erneut Rekordumsätze von rund 425.000 qm Hallenfläche registriert – ein Plus von rund 4 % bzw. 15.000 qm. Die Spitzenmieten stiegen bis Ende 2021 mit 5,30 Euro pro qm leicht an (plus 10 Cent). Der Start ins Jahr 2022 erfolgte verhaltener – zur Jahresmitte werden rund 150.000 qm Hallenflächenumsätze verzeichnet, aber sowohl Spitzen- als auch Durchschnittsmieten gehen gestärkt durch das erste Halbjahr (jeweils plus 20 Cent).

Die Herausforderungen für die Logistikwirtschaft und die Industrie sind in den vergangenen zwei Jahren weiter gestiegen: Waren es zunächst die temporären Grenzschließungen während der ersten Pandemiewelle, so kamen die Störungen der globalen Lieferketten, u. a. am Suezkanal, in China und in den letzten Monaten aufgrund des Krieges in der Ukraine, hinzu. Der Nachfragedruck hält an, weil zunehmend die regionale Industrie durch Rückholung nach bzw. Aufbau von Produktion in Europa gestärkt wird, u. a. in der regional bedeutenden Automobilindustrie.

Die Lieferketten nicht nur im Handel, sondern auch in der Industrie werden zunehmend sicherer und krisenfester gestaltet. Die Folge: Die erhöhte Nachfrage nach Hallenflächen, die Zunahme von E-Commerce und die starke Auslastung der logistischen Infrastrukturen im Bereich der Kurier-, Express- und Paketdienste halten unverändert an.

Aus Sicht der Marktakteurinnen und -akteure ist die Region Hannover bereits heute als starker und resilienter Standort für Logistik und Industrie positioniert. Politik und Verwaltung haben in den letzten Jahren mit einer nachhaltigeren Flächenpolitik reagiert: Neben sparsameren und gezielteren Flächenneuausweisungen haben sie vor allem die Revitalisierung von Gewerbebrachen stärker in den Blick genommen. Die Kommunen praktizieren eine systematische Gewerbeflächenpolitik, mit der Gewerbeflächen gezielt gesichert

und integrierte Lösungen ermöglicht werden, statt vorrangig neue Gewerbeflächen auf der grünen Wiese auszuweisen. In den nächsten Jahren werden die Forderungen an Nachhaltigkeit weiter steigen; Kommunen und Unternehmen werden sich noch stärker auf eine Revitalisierung im Bestand und vorgenutzte gewerbliche Standorte fokussieren.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Immobilienmarkt in Deutschland haben gezeigt, dass unter den gewerblichen Objektarten vorwiegend Logistik- und Unternehmensimmobilien auf eine stabile und hohe Nachfrage treffen – und das trotz teilweise deutlicher Rückgänge des Außenhandels im Jahr 2020, die sich 2021 bereits wieder oberhalb des Vorkrisenniveaus einpendelten.

Die Marktteilnehmerinnen und -teilnehmer blicken deshalb eigentlich optimistisch auf das Jahr 2022. Der Leerstand ist so gering wie seit Jahren nicht mehr. Die Vermietungschancen werden ausnahmslos als gut bis sehr gut eingeschätzt. Es bleibt aber abzuwarten, inwieweit Logistik- und Industriekunden konkret unter der sich verschärfenden Energiekrise leiden und es dadurch zu kurzfristigen Nachfragerückgängen auf dem Immobilienmarkt kommt.

Die Region Hannover konnte bislang vom wachsenden Flächenbedarf an Logistik- und Industrieimmobilien profitieren und Investorinnen und Investoren überzeugen: Hier wurden im vergangenen Jahr Industrie- und Logistikimmobilien für ca. 245 Mio. Euro gehandelt. Investitionen in dieser Assetklasse lagen in der Region Hannover 2021 damit sogar noch vor den Büroimmobilien.

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