Gewerbeflächenumsatz und Grundstücksnachfragen
Gewerbeflächenumsatz
Entwicklung der Flächenumsätze und Verkaufsfälle
Für das Jahr 2025 verzeichnet die Region Hannover einen Gewerbeflächenumsatz von 29,6 ha (Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung, Regionaldirektion Hannover/Katasteramt). Hierbei handelt es sich um baureife Flächen, d. h. in der Regel um unbebaute Grundstücke, die nach Baunutzungsverordnung (BauNVO) als gewerbliche Bauflächen im Flächennutzungsplan (F-Plan) ausgewiesen sind (Abb. 1).
Der Flächenumsatz liegt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt (1992–2025) von 59,1 ha. 2024 lag der Gesamtumsatz bei 19,4 ha, 2023 bei 34,6 ha.
Der, wenn auch verhaltene, Wiederanstieg des Flächenumsatzes und der Verkaufsfälle deutet eine gewisse Erholung der Aktivitäten gegenüber dem Rekordtief des Vorjahres an. Durch das weiterhin stark unterdurchschnittliche Niveau kann hier jedoch allenfalls vom Beginn eines Erholungstrends gesprochen werden. Die in den letzten Jahren rückläufigen Umsatzzahlen sind allerdings auch im Kontext des Gebots der Reduktion der Flächeninanspruchnahme zu sehen.
Darüber hinaus ist eine gewisse Schwankungsbreite beim Flächenumsatz nicht untypisch, so hat es bspw. in den Jahren 2001 bis 2025 und 2009 bis 2015 immer wieder Jahre gegeben, in denen sich der Flächenumsatz zwischen 30 und 45 ha bewegt hat.
Zusammen mit dem Flächenvolumen ist auch die Anzahl der Verkaufsfälle leicht gestiegen (Abb. 1). Die in den letzten Jahren spürbar gestiegene Durchschnittsgröße pro Flächen-verkauf steigt nach zwei Rückgängen in den Vorjahren von 0,59 ha im Vorjahr auf 0,72 ha im Jahr 2025 und liegt somit über dem langjährigen Mittelwert von 0,6 ha.
Tab. 1 zeigt den Flächenumsatz und die Anzahl der Verkaufsfälle, jeweils aufgeschlüsselt nach Kommunen.
- Beim Flächenumsatz für das Jahr 2025 (vgl. auch Abb. 2) steht Laatzen mit 9,1 ha an der Spitze. Auf den nächsten Plätzen folgen Uetze mit 5,7 ha, die Landeshauptstadt Hannover mit 4,3 ha und Garbsen mit 3,0 ha Im Vergleich zum jeweiligen langjährigen Mittel seit 1992 erreichen 2025 nur Laatzen und Uetze einen überdurchschnittlichen Jahresumsatz.
- Den höchsten Flächenumsatz über den Gesamtzeitraum seit 1992 haben die Landeshauptstadt Hannover (408,2 ha), Lehrte (204,5 ha), Langenhagen (199,5 ha) und Barsinghausen (138,8 ha).
- Die meisten Verkaufsfälle hat im Jahr 2025 die Landeshauptstadt Hannover mit zehn Fällen, gefolgt von der Wedemark mit vier Fällen sowie Laatzen, Neustadt, Springe und Uetze mit je drei Fällen.
Die meisten Verkäufe im langjährigen Vergleich seit 1992 entfallen auf Hannover mit 574 Fällen, gefolgt von Neustadt (236), Wunstorf (231) und Isernhagen (222).
Flächenumsatz nach Grundstücksgrößenklassen
Abb. 3 stellt die Verteilung des Gewerbeflächenumsatzes nach Größenklassen der Grundstücke für das Jahr 2025 im Vergleich zum Gesamtzeitraum seit 1992 dar. 71 % des Umsatzes entfallen demnach auf kleine und mittlere Flächen bis 5.000 qm – damit liegt der Wert leicht unter dem langjährigen Durchschnitt (75 %). Größere Flächen zwischen 5.000 und 10.000 qm verzeichnen 17 % des Umsatzes und liegen damit über dem langjährigen Durchschnitt von 12 %. Das Handelsvolumen großer Flächen (> 10.000 qm) liegt mit etwa 12 % nahezu im langjährigen Durchschnitt (13 %).
Flächenumsatz und Entwicklung der Grundstückspreise
Die Durchschnittspreise für Flächen sind in hohem Maße abhängig von der verkehrlichen Anbindungsqualität, der Nutzung und der Grundstücksgröße. Vor allem Flächen in der Landeshauptstadt Hannover verfügen je nach Nutzungseignung (Büro, Einzelhandel, Industriegebiet, Logistik) über ein sehr differenziertes Preisgefüge.
Die Durchschnittspreise der veräußerten Flächen, differenziert nach regionalen Teilzonen, sind von 2024 auf 2025 über alle Standorte um 35 % gesunken.
Nachdem die Kaufpreise im Jahr 2024 sowohl in der Landeshauptstadt Hannover als auch im direkten Umland neue Höchstwerte erreicht hatten, gibt das Preisniveau im Jahr 2025 in diesen beiden Teilzonen deutlich nach. So sanken die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in der Landeshauptstadt Hannover, ausgehend vom Rekord-Preisniveau von 333,80 €/qm im Jahr 2024, auf 187,15 €/qm (2025).
Damit entspricht der letztjährige Durchschnittskaufpreis nahezu dem zehnjährigen Mittel von 182,80 €/qm. Die deutlichste Preisveränderung ist in den Kommunen des direkten Umlands zu verzeichnen. Hier sanken die Preise von 200,00 €/qm (2024) auf 99,56 €/qm. In der äußeren Region blieben die Preise praktisch unverändert bei 80,88 €/qm (2025) gegenüber 80,90 €/qm (2024).
Flächenumsatz nach regionaler Herkunft der Unternehmen und Nutzungsgruppen
Die Auswertung der Kauffälle nach Herkunft der Unternehmen für das Jahr 2025 zeigt, dass der überwiegende Anteil der Verkäufe mit großem Abstand auf Verlagerungen innerhalb der
Kommune entfiel (Abb. 5). In diese Kategorie fallen 56 % der Verkaufsfälle. Die Bedeutung von Erweiterungskäufen auf Nachbargrundstücken ist gegenüber 2024 gesunken (von 17 auf 11 %). Vor dem Hintergrund geringer werdender Flächenverfügbarkeit sichern sich ansässige Firmen zunehmend häufiger Erweiterungsreserveflächen. Vermehrt ist zu beobachten, dass Kommunen Flächen ausschließlich oder bevorzugt an bereits ansässige Unternehmen vergeben. Verlagerungen zwischen Kommunen des Umlands bilden im betrachteten Jahr 11 % der Fälle ab, wohingegen die überregionalen Ansiedlungen 17 % der Fälle ausmachen.
Grundstücksanfragen nach Nutzungsgruppen und Grundstücksgrößen
Weitere Aussagen zu den Nutzungsgruppen und den gewünschten Grundstücksgrößen lassen sich aus Standort-anfragen, die vom Unternehmensservice der Region Hannover sowie den Kommunen erfasst werden, ableiten. Hierzu liegen für 2025 insgesamt 179 auswertbare Fälle vor.
- Logistikaffine Nutzungen machen 11 % aller Anfragen aus (Abb. 6). In dieser Gruppe streut die Nachfrage je nach Spezifikation über die Flächengröße, überwiegend werden aber Flächen ab 10.000 qm gesucht. Auf Platz zwei mit 10 % folgt die Gruppe Industrie/Verarbeitendes Gewerbe, die überwiegend größere Grundstücke ab 1,0 ha nachfragt.
- Auf dem dritten Platz liegen die Nutzungsgruppen Hotels, Gastronomie und Vergnügungsstätten (9,0 %), deren Nachfrageschwerpunkt sich zwischen 1.000 und 6.000 qm bewegt, sowie unternehmensnahe Dienstleistungen (9,0 %) mit Flächenanfragen zwischen 1.000 und 5.000 qm. Es folgt die Gruppe des verarbeitenden Handwerks, (Kfz-)Werkstätten und Tankstellen (8,0 %), zumeist mit Anfragen bis 2.000 qm, gefolgt von Baugewerbe, Baustoffhandel und -lager (8,0 %), die zumeist Flächen ab 1,0 ha nachfragen.
- Die Immobilienwirtschaft fragt mit einem Anteil von 8,0 % größere Flächen an, im Schnitt zwischen 5.000 qm und 2 ha, teils auch bedeutend größer, und die Energiewirtschaft (7,0 %), die zum einen kleinere Flächen zwischen 500 und 5.000 qm nachfragt und zum anderen größere Flächen ab 1,0 ha.