Logistikimmobilien

Flächenumsatz zieht an, Mieten bleiben stabil

Der Markt für Logistik- und Produktionsimmobilien hat wieder stabilisiert. Mit einem Flächenumsatz von rund 216.000 qm im Jahr 2025 wurde das schwache Ergebnis aus dem Jahr 2024 deutlich übertroffen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits rund 115.500 qm umgesetzt, sodass sich für das Gesamtjahr erneut ein Flächenumsatz auf Vorjahresniveau abzeichnet. Zum Halbjahr entfallen rund 109.500 qm auf Vermietungen und lediglich rund 6.000 qm auf Eigennutzungen.

Damit setzt sich die Stabilisierung des Marktes trotz der weiterhin angespannten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen fort. Herausforderungen im Verarbeitenden Gewerbe bremsen die Nachfrage weiterhin. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an kurzfristig verfügbaren, modernen Logistik- und Produktionsflächen grundsätzlich bestehen.

Als Folge liegt die Spitzenmiete für Logistik- und Lagerflächen 2026 unverändert bei 6,40 Euro/qm. Die Durchschnittsmiete wird mit 4,90 Euro/qm angegeben und liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert von 5,00 Euro/qm. Bei Serviceflächen steigt die Spitzenmiete leicht von 7,30 auf 7,40 Euro/qm, während die Durchschnittsmiete mit 6,20 Euro/qm stabil bleibt.

 

Angebot und Projektpipeline

Auch auf der Angebotsseite bleibt der Markt in Bewegung. Für 2026 sind Fertigstellungen beziehungsweise Projekte in der Pipeline mit insgesamt rund 100.000 qm Hallen- und Gewerbefläche erfasst. Zu den Vorhaben zählen unter anderem der Panattoni Park Hannover Zentrum, sowie weitere Projekte in Hannover, Garbsen und im Umland. Für die Jahre 2027 und 2028 sind derzeit weitere rund 200.000 qm in der Pipeline erfasst, u.a. das sich im Bau befindende Logistikzentrum in Barsinghausen. Die Projektpipeline bleibt trotz des schwierigen Marktumfelds damit gut gefüllt. Gleichzeitig werden neue Entwicklungen deutlich selektiver umgesetzt als noch während der Boomjahre.

Insgesamt umfasst der erfasste Bestand an Logistikimmobilien in der Region Hannover aktuell rund 4,17 Mio. qm in 372 Objekten. Die aktuellen Projektentwicklungen unterstreichen damit trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds weiterhin die Bedeutung der Region Hannover als Logistik- und Produktionsstandort.

Marktausblick: Neue Nachfrageimpulse treffen auf konjunkturelle Unsicherheit

Auf dem deutschen Logistikimmobilienmarkt gibt es im ersten Halbjahr 2026 erste Anzeichen einer Belebung. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld herausfordernd. Neben der weiterhin schwachen konjunkturellen Entwicklung sorgen geopolitische Unsicherheiten für zusätzliche Belastungen. Insbesondere die infolge des Iran-Konflikts gestiegenen Energiekosten erhöhen den Kostendruck für Industrie und Logistik und können Investitions- und Standortentscheidungen verzögern.

Trotz der kurzfristigen Unsicherheiten zeichnen sich neue Nachfrageimpulse ab, die mittel- bis langfristig zusätzliche Flächenbedarfe für Logistik, Produktion und Light Industrial auslösen können:

  • Defence und defence-nahe Industrie: Die deutlich gestiegenen Verteidigungsausgaben führen zu Kapazitätserweiterungen bei Unternehmen der Verteidigungsindustrie und ihren Zulieferern. Die daraus resultierende Flächennachfrage zeigt sich bislang insbesondere bei Produktionsflächen und Eigennutzerlösungen und weniger in Form eines breiten Anstiegs der klassischen Logistikvermietungen. Perspektivisch können jedoch auch Logistikdienstleister, Zulieferer und spezialisierte Projektentwicklungen von zusätzlichen Flächenbedarfen profitieren. Die Region Hannover bietet dafür aufgrund ihrer zentralen Lage, ihrer industriellen Basis und der leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur grundsätzlich gute Standortvoraussetzungen.
  • Wachsende Nachfrage asiatischer E-Commerce-Anbieter: Chinesische und andere asiatische Onlinehändler sowie die mit ihnen verbundenen Logistikdienstleister bauen ihre Präsenz auf dem deutschen Markt weiter aus. Damit steigt der Bedarf an großflächigen Distributionsstandorten, von denen sich aus dem deutschen und europäischen Markt bedient werden kann. Die Region Hannover kann hierbei von ihrer zentralen Lage innerhalb Deutschlands und der Anbindung an die wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Verkehrsachsen profitieren.

Mittel- bis langfristig bestehen damit weiterhin gute Voraussetzungen für eine steigende Nachfrage nach Hallenflächen. Insbesondere die zentrale Lage und die leistungsfähige logistische Infrastruktur mit den Autobahnen A2 und A7, dem Schienengüterverkehr sowie der Nähe zu den norddeutschen Seehäfen stärken die Position der Region als überregionalen Distributionsstandort. Davon können neben klassischen Logistik- und Produktionsunternehmen auch Kurier-, Express- und Paketdienste sowie neue Nutzergruppen profitieren.

Kurzfristig überlagert die weiterhin schwache konjunkturelle Entwicklung in Deutschland jedoch diese strukturellen Wachstumstreiber. Sie beeinflusst insbesondere die konkrete Flächennachfrage aus dem Verarbeitenden Gewerbe und führt weiterhin zu teilweise längeren Entscheidungsprozessen bei Anmietungen und Projektentwicklungen.

Die Region Hannover behauptet sich als starker und resilienter Logistikstandort

Die Region Hannover hat sich über viele Jahre als bedeutender Standort für Logistik und Industrie etabliert. Einen wesentlichen Standortvorteil bilden die zentrale Lage innerhalb Deutschlands und die leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig verändert sich der Umgang mit verfügbaren Gewerbeflächen. Neben sparsameren und gezielteren Neuausweisungen rückt die Aktivierung bereits vorgenutzter Flächen stärker in den Mittelpunkt.

Kontakt

Region Hannover
Dr. Kai Ingwersen
Projektleitung Standortentwicklung
Region Hannover
Wirtschaftsförderung
Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

Mann mit braunem Haar und Bart, hellblauem Hemd, lächelnd vor weißem Hintergrund.
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