Wohnimmobilien

Wenig Neubau, weiter steigende Mieten: Marktlage bleibt angespannt

Der Wohnimmobilienmarkt in der Region Hannover bleibt vor allem durch ein knappes Neubauangebot geprägt. Sowohl die Anzahl der Baugenehmigungen als auch die Fertigstellungen erreichten 2025 den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre.

Gleichzeitig entwickeln sich Kauf- und Mietmarkt zunehmend auseinander: Während sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen nach den Marktanpassungen der vergangenen Jahre weitgehend stabilisiert haben, setzt sich der Mietanstieg aufgrund der anhaltenden Angebotsknappheit weiter fort.

 

Marktstimmung und Trends

Die aktuelle Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes wird von einer zunehmenden Differenzierung der einzelnen Marktsegmente geprägt. Nachdem die deutlich gestiegenen Finanzierungskosten in den vergangenen Jahren zu einer spürbaren Marktanpassung geführt hatten, zeigt sich der Eigentumsmarkt inzwischen deutlich stabiler. Die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen liegen 2026 in der Spitze unverändert bei rund 6.500 Euro/qm, der durchschnittliche Kaufpreis bleibt mit etwa 5.300 Euro/qm ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres. Dies deutet darauf hin, dass sich Käufer und Verkäufer auf ein neues Preisniveau eingestellt haben.

Im Mehrfamilienhaussegment setzt sich dagegen die leichte Anpassung der Vervielfacher fort. Im Neubau sinkt der Spitzenwert von 23-fach auf 22-fach, der Durchschnitt von 20,5-fach auf 20-fach. Auch im Bestand gehen die Vervielfacher leicht zurück. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Investoren Wohnimmobilien weiterhin vorsichtig bewerten und die höheren Finanzierungskosten noch immer in ihre Kaufpreisvorstellungen einpreisen. Gleichzeitig zeigt sich, dass qualitativ hochwertige Wohnimmobilien in guten Lagen weiterhin auf eine stabile Nachfrage treffen.

Fertigstellungen und Baugenehmigungen bleiben deutlich rückläufig

Die Angebotsseite bleibt damit das prägende Thema des Wohnungsmarktes. Nach bereits rückläufigen Zahlen in den Vorjahren wurden 2025 in Stadt und Region Hannover nur noch rund 1.830 Wohnungen fertiggestellt. Gleichzeitig sank die Zahl der Baugenehmigungen auf lediglich etwa 1.860 Wohneinheiten. Beide Kennzahlen markieren den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre und liegen deutlich unter dem langfristigen Wohnungsbedarf der Region.

Die rückläufigen Genehmigungen wirken sich zeitversetzt auf die Bautätigkeit aus und lassen erwarten, dass das Neubauangebot auch in den kommenden Jahren begrenzt bleiben wird. Zwar sollen verschiedene politische Maßnahmen, darunter beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren, neue steuerliche Anreize sowie vereinfachte Baustandards, den Wohnungsbau wieder beleben. Bislang ist jedoch keine nachhaltige Trendwende erkennbar. Die Angebotsknappheit dürfte den Markt daher auch mittelfristig prägen.

Mietmarkt bleibt unter Druck

Während sich die Kaufpreise stabilisieren, setzt sich der Aufwärtstrend bei den Wohnungsmieten fort. Die Spitzenmiete für Neubauwohnungen steigt 2026 auf rund 18,70 Euro/qm nach 18,00 Euro/qm im Vorjahr. Auch die durchschnittliche Neubau-Miete erhöht sich von 14,20 auf 14,70 Euro/qm. Im Segment der Wiedervermietungen steigt die Spitzenmiete auf ebenfalls rund 14,70 Euro/qm, die durchschnittliche Wiedervermietungsmiete erhöht sich auf etwa 11,10 Euro/qm.

Die Mietentwicklung verdeutlicht den anhaltenden Nachfrageüberhang auf dem Wohnungsmarkt. Das weiterhin knappe Neubauangebot trifft auf eine hohe Nachfrage nach modernem Wohnraum und führt insbesondere im hochwertigen Neubausegment zu neuen Höchstwerten. Gleichzeitig steigen auch die Wiedervermietungsmieten weiter an, wodurch sich der Preisdruck zunehmend auf den gesamten Wohnungsmarkt ausweitet. Damit entwickeln sich die Mieten weiterhin deutlich dynamischer als die Kaufpreise.

Ausblick: Angebotsengpass bleibt bestimmender Faktor

Der Wohnimmobilienmarkt in der Region Hannover wird auch in den kommenden Jahren maßgeblich durch das begrenzte Neubauangebot geprägt sein. Die niedrigen Genehmigungszahlen der vergangenen Jahre werden sich zeitversetzt auf die Fertigstellungen auswirken, sodass kurzfristig keine spürbare Entspannung auf der Angebotsseite zu erwarten ist. Gleichzeitig spricht die leichte Belebung der Genehmigungstätigkeit im ersten Halbjahr 2026 dafür, dass die politischen Fördermaßnahmen und vereinfachten Rahmenbedingungen erste Wirkung entfalten könnten. Ob daraus jedoch eine nachhaltige Trendwende entsteht, bleibt angesichts weiterhin hoher Baukosten und anspruchsvoller Finanzierungsbedingungen abzuwarten.

Während sich die Kaufpreise nach den Marktanpassungen der vergangenen Jahre weitgehend stabilisiert haben, dürfte der Angebotsmangel den Mietmarkt auch künftig unter Druck setzen. Die weitere Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes wird daher entscheidend davon abhängen, ob es gelingt, die Neubautätigkeit wieder dauerhaft zu steigern und das Wohnungsangebot schrittweise an den anhaltend hohen Bedarf anzupassen

Kontakt

Region Hannover
Dr. Kai Ingwersen
Projektleitung Standortentwicklung
Region Hannover
Wirtschaftsförderung
Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

Mann mit braunem Haar und Bart, hellblauem Hemd, lächelnd vor weißem Hintergrund.
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