Investmentmarktfokus wandelt sich einschneidend

Investmentmarkt

Transaktionsgeschehen bleibt auf niedrigem Niveau

 

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der letzten 10 Jahre hat eine nachhaltige Nachfrage nach Immobilien in allen Teilmärkten erzeugt. Dies hat die Position Hannovers als bedeutendstem Standort nach den sieben großen A-Städten in Deutschland gefestigt und ausgebaut. Hannover bietet attraktive Investmentchancen und zieht sowohl nationale als auch internationale Investor*innen an, die in wertstabile Standorte investieren wollen.

Schwankende Rahmenbedingungen auf den nationalen und internationalen Märkten erschweren derzeit jedoch verlässliche Prognosen. Je nach Branche führt das im Moment zu zurückhaltenden Investitionen und geringeren Flächenumsätzen.

 

 

Marktstimmung und Trends

Der lange Aufschwung am deutschen Investmentmarkt führte seit 2010 in der Region Hannover zunächst zu sinkende Renditen und steigenden Investmentvolumina. Mit der abrupten Zinswende Anfang 2022 ist der Investmentmarkt in Deutschland jedoch deutlich eingebrochen. Weitere Krisen und die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der EU-Taxonomie verstärkten die Zurückhaltung der Investoren.

Der hannoversche Investmentmarkt hat sich nach den starken Einbrüchen der Jahre 2020 bis 2022 in den letzten drei Jahren auf einem Niveau von gut 440 Mio. Euro stabilisiert. Prägend für das Transaktionsgeschehen im Jahr 2025 waren vor allem Abschlüsse im mittleren Volumensegment zwischen 20 und 50 Mio. Euro.

Investmentjahr 2025 zeigt leichte Belebung

Nach dem Rekordjahr 2019 und den anschließenden rückläufigen Investmentvolumina erholte sich der Investmentmarkt in der Region Hannover im Jahr 2025 wieder leicht. Mit einem Transaktionsvolumen von knapp 500 Mio. Euro (ohne Off-Market-Transaktionen) wurde das Niveau der beiden Vorjahre von jeweils etwa 410 Mio. Euro übertroffen. Gleichzeitig liegt das Ergebnis leicht oberhalb des Fünf-Jahres-Durchschnitts von rund 475 Mio. Euro. Damit entwickelte sich der hannoversche Investmentmarkt etwas dynamischer als der bundesweite Durchschnitt, der im Jahr 2025 weiterhin von einer Stagnierung geprägt war.

Anzahl der Transaktionen gestiegen

Im Jahr 2025 verteilte sich das Transaktionsvolumen in der Region Hannover auf eine größere Anzahl von Abschlüssen. Während in den Vorjahren einzelne Großtransaktionen das Marktgeschehen prägten, zeigt sich 2025 eine deutlich breitere Streuung. Transaktionen oberhalb von 50 Mio. Euro spielten dabei lediglich eine untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt des Marktgeschehens lag mit rund 60 Prozent des Gesamtvolumens im Segment zwischen 20 und 50 Mio. Euro.

Auch nach Assetklassen stellt sich das Marktbild diversifizierter dar. Industrie- und Logistikimmobilien erreichten mit rund 26 Prozent den höchsten Anteil am Transaktionsvolumen, dicht gefolgt von Büro- und Geschäftshäusern mit gut 25 Prozent. Ein vergleichsweise hoher Anteil entfiel zudem auf die Kategorie „Sonstige“, was auf mehrere Wohnportfolio-Transaktionen zurückzuführen ist. Einzelhandelsimmobilien und Hotels spielten dagegen eine untergeordnete Rolle.

Insgesamt war das Transaktionsgeschehen 2025 von einer stabilen Nachfrage geprägt und konzentrierte sich überwiegend auf mittelgroße Einzelabschlüsse.

Renditen steigen 2025 moderat weiter

Im Jahr 2024 waren die Spitzenrenditen in nahezu allen Assetklassen noch deutlich gestiegen, wobei Logistik- und Industrieimmobilien mit einem Plus von rund 40 Basispunkten den stärksten Anstieg verzeichneten, gefolgt von Büroimmobilien mit etwa 30 Basispunkten. Die Spitzenrendite bei Einzelhandelsobjekten legte nur moderat zu, die von Hotelrenditen blieb stabil.

Im Jahr 2025 setzte sich der Renditeanstieg fort, allerdings in deutlich abgeschwächter Form. Bei Logistik- und Industrieimmobilien stabilisierte sich die Nachfrage, sodass die Spitzenrenditen nur noch um rund 20 Basispunkte zunahmen. Im Bürosegment erhöhten sich die Renditen in zentralen Lagen um etwa 10 Basispunkte, während in dezentralen Lagen ein Anstieg von rund 20 Basispunkten zu beobachten ist.

Für Einzelhandelsimmobilien stiegen die Renditen 2025 um rund 10 Basispunkte, während die Spitzenrenditen im Hotelsegment im Jahresverlauf stabil blieben.

Ausblick: Vorsichtiger Optimismus ist erlaubt

Die Entwicklungen zum Jahresende 2024 sowie der Verlauf des Jahr 2025 lassen vorsichtigen Optimismus für den Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien in der Region Hannover zu. Nach einer Phase der Unsicherheiten scheint die Preisbildung nun stabiler zu werden. Es wird erwartet, dass Investoren wieder auf eine verlässlichere Basis für ihre Entscheidungen zurückgreifen können.

Durch die stabileren Marktbedingungen ergeben sich günstige Einstiegschancen für Investoren. Auffällig ist, dass zunehmend auch internationale Investoren die Gelegenheit nutzen, um in den Markt einzutreten. Diese Entwicklung könnte langfristig zu einer weiteren Belebung des Marktes führen und die Attraktivität der Region Hannover als Investitionsstandort stärken.

Ein entscheidender Faktor bleibt die Verfügbarkeit von Liquidität. Investoren, die weniger auf Fremdfinanzierung angewiesen sind, haben aktuell besonders günstige Möglichkeiten, opportunistisch am Markt zu agieren. Sie können flexibel auf attraktive Objekte reagieren und sich dadurch Wettbewerbsvorteile sichern.

Insgesamt zeigt sich der Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien in Deutschland und in der Region Hannover gefestigter als in den beiden Vorjahren. Die aktuellen Entwicklungen deuten auf eine moderate Belebung und ein im Vergleich zu 2023 und 2024 investitionsstärkeres Marktumfeld hin. Angesichts der weiterhin gedämpften konjunkturellen Rahmenbedingungen sind neue Höchststände jedoch nicht zu erwarten.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bestimmen den Markt

Der Anlagedruck vieler Investor*innen bleibt nach wie vor hoch. In den Teilmärkten Büro und Logistik haben sich die Aussichten auf ansteigende Mieten für Top-Objekte zuletzt weiter verbessert. Marktteilnehmer*innen in Hannover erwarten, dass opportunistische und value-add-orientierte Investoren*innen verstärkt aktiv werden, um veraltete Bestandsimmobilien durch Revitalisierung und Neuausrichtung an die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Bedürfnisse anzupassen (manage to ESG).

Die Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gewinnen im gewerblichen Investment- und Projektentwicklermarkt stark an Bedeutung. Keines der aktuellen Projekte kann das Thema Nachhaltigkeit ausklammern; alle bedienen damit grundsätzlich passgenau die Investmentnachfrage bzw. die Anforderungen der nutzenden Unternehmen.

Die Mieten für Objekte mit Qualitäts- oder Lagedefiziten geraten zunehmend unter Druck. In den Teilmärkten Büro und Logistik sind Mietsteigerungen für Top-Objekte weiterhin möglich, jedoch beschränken sich diese fast ausschließlich auf Neubauten in sehr guten Lagen.

Dies führt gleichzeitig zu einer weiteren Spreizung der Renditeniveaus innerhalb der Assetklassen.

Das Stichwort lautet Planungssicherheit: Die erneuten Diskussionen rund um das Gebäudeenergiegesetz und die Umsetzung der Energieeffizienzvorgaben der Europäischen Union für Gebäude haben nicht zuletzt vor allem Interessent*innen, die in Bestandsobjekte investieren wollen, verunsichert.

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