Im Jahr 2025 zog der Umsatz bei Logistik- und Produktionsimmobilien deutlich an und erreichte etwa 215.000 qm, nachdem im Vorjahr ein Einbruch auf rund 130.000 qm zu verzeichnen war. Die Umsätze liegen jedoch weiterhin deutlich unterhalb der Spitzenjahre 2018 bis 2022, in denen regelmäßig über 350.000 qm umgesetzt wurden. Wie im Vorjahr ist dies vor allem auf fehlende Realisierungen von Eigennutzern zurückzuführen.
Trotz anhaltender konjunktureller Unsicherheiten – etwa im Hinblick auf internationale Lieferketten oder Zollbeschränkungen – bleibt die Nachfrage nach kurzfristig verfügbaren, neuen Logistikflächen mittelfristig marktprägend. Mehrere Projekte in der Region Hannover befinden sich derzeit im Bau und werden dem Markt in naher Zukunft zur Verfügung stehen.
Marktstimmung und Trends
In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren war in der Region eine nachhaltig steigende Nachfrage nach Logistik- und Produktionsflächen zu beobachten. Zwischen 2019 bis 2022 stabilisierte sich die jährliche Nachfrage bei rund 400.000 qm.
Nach den Rückgängen 2023 und 2024 erholte sich der Markt 2025 wieder und erreichte ein Umsatzvolumen von etwa 215.000 qm. Damit liegt das aktuelle Niveau zwar deutlich unter den Spitzenwerten von mehr als 350.000 qm in den Jahren 2018 bis 2022, zeigt jedoch eine klare Erholung gegenüber den Vorjahren.
Die rückläufigen Umsätze in den Vorjahren lassen sich vor allem auf die anhaltende Eintrübung der wirtschaftlichen Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe, Unsicherheiten in internationalen Lieferketten sowie allgemeine geopolitische und handelsbezogene Risiken zurückführen. Ein weiterer qualitativer Faktor ist der sogenannte „grey space“: Vor allem Kontraktlogistiker nutzen bereits angemietete, teilweise untergenutzte Flächen für neue Kundenaufträge oder verlängern bestehende Mietverträge, statt in neue Standorte zu investieren oder bestehende Flächen zu erweitern.
Vertrauen der Marktakteur*innen trotz moderaten Fertigstellungen
Die aktuellen Projektentwicklungen und Fertigstellungen bestätigen aber das grundsätzliche Vertrauen von Marktakteur*innen in die Region Hannover als robusten Standort für Logistik und Produktion.
Hervorzuheben ist der in den letzten Jahren gestiegene Anteil spekulativer Projektentwicklungen, der dafür sorgt, dass auch kurzfristig moderne Flächen angemietet werden können. Allerdings besteht aufgrund der skizzierten Rahmenbedingungen eine erhöhte Unsicherheit mit Blick auf die zukünftige Projektpipeline, weshalb sich einzelne Vorhaben bereits verzögert haben.
Zwischen 2021 bis 2025 wurden rund 700.000 qm Hallenfläche für Logistik und Produktion in der Region Hannover fertiggestellt. Für die Jahre 2026 bis 2028 sind aktuell Projekte über rund 230.000 qm Hallenfläche bekannt.
Spitzenmiete bleibt konstant
Die Mieten in der Region Hannover bleiben 2025 auf dem Niveau des Vorjahres. Die Spitzenmiete liegt bei 6,40 Euro pro qm, die Durchschnittsmiete bei 5,00 Euro pro qm. Je nach Ausstattungsgrad und Lage können Einzelobjekte aber auch deutlich höhere Mieten erzielen.
Logistik und Produktion bleibt bedeutende Assetklasse auf regionalem Investmentmarkt
Im Jahr 2025 entfielen rund 26 % des gesamten Transaktionsvolumens auf Logistik- und Produktionsimmobilien, mit einem umgesetzten Volumen von etwa 129 Mio. Euro. Der Rückgang gegenüber 2024 ist vor allem auf den vergleichsweise hohen Anteil von Portfoliotransaktionen im Wohnungsmarkt zurückzuführen. Der Markt ist vor allem vom Verkauf großer Objekte im Rahmen von Portfoliotransaktionen im Logistikbereich geprägt. Die Spitzenrendite stieg im Jahresverlauf 2025 nur leicht von 4,9 % auf 5,0 %.
Marktausblick: kurzfristige Zurückhaltung – langfristig steigender Nachfragedruck
In vielen deutschen und europäischen Logistikimmobilienmärkten haben sich im Jahr 2025 zwar leichte Erholungstendenzen gezeigt, diese blieben jedoch noch hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer*innen zurück.
Trotzdem wird erwartet, dass vor allem zwei Trends langfristig zu einem nachhaltigen Bedarf an passenden Flächen für Logistik und Light Industrial führen werden, auch wenn dies derzeit nicht klar erkennbar scheint:
- Der Onlinehandel hat in den letzten Jahren sehr große Flächenkapazitäten aufgebaut. Er ist aktuell zwar nicht der starke Nachfragetreiber. Dennoch wird der E-Commerce auch weiterhin bei der Flächennachfrage im Logistikimmobilienmarkt eine maßgebliche Rolle spielen, ein zuletzt stark wachsendes Segment ist der Online-Lebensmittelhandel.
- Der Effekt durch die Rückverlagerung (Re- und Near-Shoring) von Produktionsanlagen nach Deutschland bzw. ins benachbarte europäische Ausland ist bislang noch begrenzt. Dennoch treiben Energiewende, Digitalisierung, die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität in der Automobilbranche und neuerdings auch der Verteidigungssektor Umstrukturierungen voran, die die Nachfrage nach Logistik- und Produktionsimmobilien grundsätzlich stärken.
Mittel- bis langfristig dürfte deshalb aus Sicht der Marktteilnehmer*innen die Nachfrage nach Hallenflächen wieder anziehen und die starke Auslastung der logistischen Infrastrukturen unter anderem im Bereich der Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) anhalten bzw. weiter wachsen.
Gegenwärtig überlagert allerdings die deutschlandweit schwache Konjunktur die grundsätzlich robust aufgestellte Logistikwirtschaft und beeinflusst damit die konkrete Nachfrage nach Immobilien für Logistik und leichte Produktion.
Die Region Hannover behauptet sich als starker und resilienter Standort für Logistik
Aus Sicht der Marktteilnehmer*innen hat sich die Region Hannover seit vielen Jahren als ein starker und stabiler Standort für Logistik und Industrie etabliert. Politik und Verwaltung haben in den letzten Jahren mit einer nachhaltigeren Flächenpolitik reagiert: Neben sparsameren und gezielteren Flächenneuausweisungen konzentrieren sich die kommunalen Akteur*innen stärker auf die Revitalisierung von Gewerbebrachen.
Vor diesem Hintergrund rücken gerade auch Brownfield-Entwicklungen in den Fokus der Entwickler*innen. Die Kommunen setzen verstärkt auf eine strategische Gewerbeflächenpolitik, die auch vorgenutzte Grundstücke gezielt sichert und integrierte Lösungen fördert, statt vorrangig neue Gewerbeflächen auf der grünen Wiese auszuweisen.
Sowohl Kommunen als auch Unternehmen werden sich deutlicher auf eine Revitalisierung im Bestand und die Arrondierung bestehender gewerblicher Standorte fokussieren. Schon heute zeichnet sich ab, dass eine anziehende Nachfrage nach Logistikflächen vor allem in stark nachgefragten Regionen wie Hannover sonst nicht bedient werden kann.
Region Hannover behauptet sich als starker und resilienter Standort für Logistik und Produktion.