Spanische Fachkräfte für Niedersachsen

Adelante!

Anfang Januar startet für 60 Fachkräfte aus Spanien die entscheidende Phase.

© Region Hannover

Anfang Januar startet für 60 Fachkräfte aus Spanien die entscheidende Phase: Die jungen Erwachsenen mit spanischen Berufsabschlüssen aus verschiedenen Bereichen beginnen dann bei Unternehmen in den Regionen Hannover, JadeBay, Diepholz und Göttingen ihre Anpassungsqualifizierung. Die Groß- und Außenhandelskaufleute, Mechatroniker oder Metallbauer haben in den letzten Wochen ihre Betriebe bereits über ein Praktikum kennengelernt. Dort werden sie sich 2018 dann die notwendige betriebliche Praxis aneignen, um ihren spanischen Berufsabschluss auch in Deutschland anerkennen zu lassen und hier in ihrem Beruf zu arbeiten.

Perspektive für spanische Fachkräfte und regionale Unternehmen

„Die jungen Menschen bekommen in unserem Land eine berufliche Perspektive und gleichzeitig können sich unsere Unternehmen durch sie gezielt mit qualifizierten, neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verstärken. Dies ist ein Gewinn für beide Seiten und deswegen freue ich mich, dass sich so viele niedersächsische Unternehmen an diesem Projekt beteiligen“, sagt Staatssekretär Dr. Berend Lindner vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Das Land Niedersachsen unterstützt zusammen mit den Regionalen Fachkräftebündnissen Leine-Weser, Südniedersachsen, Nordwest und JadeBay, das von der IHK Hannover initiierte Projekt Adelante! mit rund 430.000 Euro aus ESF-Mitteln.

Intensive Unterstützung

Das Land fördert die pädagogische Betreuung und vertiefende Deutschkurse für die Spanier bei vier regionalen Trägern des Projekts: dem Caritasverband Hannover für die Region Hannover, der Beschäftigungsförderung Göttingen für den Landkreis Göttingen, PractiGo für den Landkreis Diepholz und bbf sustain für die Landkreise Friesland, Wesermarsch und die Stadt Wilhelmshaven. Staatssekretär Lindner überreichte den vier Trägern am 18. Dezember im Beisein aller am Projekt Beteiligten in Hannover die Förderbescheide.

„Mit Adelante bieten wir der regionalen Wirtschaft einen Baustein gegen den zunehmenden Fachkräftemangel und die Chance, qualifizierte und engagierte Nachwuchskräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Jedes dritte Unternehmen kann heute schon nicht alle offenen Stellen besetzen“, sagt Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, die das Projekt Adelante! vor fünf Jahren gestartet hat.

Anerkennung der spanischen Berufsabschlüsse

Die Spanierinnen und Spanier absolvieren hier keine Ausbildung, sondern erreichen durch eine Anpassungsqualifizierung im Betrieb die Anerkennung ihres bereits vorhandenen Abschlusses in Deutschland. Praxisphasen sind im spanischen Ausbildungssystem bislang selten oder kurz. Welche Inhalte in der Anpassungsqualifizierung erlernt werden sollen, legt die Anerkennungsstelle der IHK mit den Unternehmen gemeinsam fest. Die Bundesagentur für Arbeit fördert das Projekt Adelante! mit 150.000 Euro für die Finanzierung der Anerkennungsverfahren. Die Spanier bringen bereits gute Deutschkenntnisse mit. Durch einen vertiefenden Sprachkurs und die Übung im Alltag sollen Sie zum Abschluss ihrer bis zu 12-monatigen Qualifizierung das B2-Niveau erreicht haben.

Gelungene europäische Zusammenarbeit

Auch die Landesregierung Kataloniens und die Stadt Sevilla aus der Region Andalusien unterstützen das Projekt Adelante!, indem sie die Kosten für die vorbereitenden Sprachkurse, die Lebenshaltungskosten der Teilnehmer in den ersten zwei Monaten des Projekts und die Reisekosten übernehmen. „Adelante! eröffnet unseren jungen Menschen neue Wege und bietet ihnen Möglichkeiten, die sie sicher zu einer qualitativ hochwertigen Beschäftigung führen. Das Projekt ist ein gutes Beispiel für eine gelungene europäische Zusammenarbeit", sagt Montse Blanes, Leiterin des Bereichs Berufsausbildung bei der Stadt Barcelona.

Die spanischen Fachkräfte erhalten von den Unternehmen während der Anpassungsqualifizierung eine Vergütung von mindestens 850 Euro netto. Während der gesamten Laufzeit des Projekts werden die jungen Menschen von den vier regionalen Partnern betreut und beispielsweise bei Behördengängen unterstützt. Außerdem gibt es ein umfangreiches Programm mit gemeinsamen Freizeit- und Wochenendaktivitäten.

14 Unternehmen aus der Region Hannover

Allein in der Region Hannover beteiligen sich 14 Unternehmen am Projekt, das 20 spanischen Fachkräften am Standort eine neue berufliche Perspektive bietet. Betreut werden die jungen Leute hier vom Caritasverband Hannover. An den Kosten für die pädagogische Betreuung und für Sprachkurse beteiligt sich die Region Hannover mit rund 50.000 Euro. „Wir wollen die Wirtschaft in der Region Hannover weiter stärken. Unsere Unternehmen brauchen qualifizierte Fachkräfte. Durch dieses Projekt gelingt es, junge Menschen aus Spanien für die Region Hannover zu begeistern.“, sagt Alexander Skubowius von der Region Hannover.