Interview mit Kamil Barbarski

Co-Founder von mak3it

Welche Erfahrung hast Du mit dem Lean Startup Ansatz in Deiner praktischen Arbeit gemacht?

Bei unseren Projekten mit Startup- und Corporate-Teams hat der Lean Startup Ansatz bis jetzt immer einen großen Mehrwert gebracht. Es sind die Grundprinzipien, wie das Konzept des Minimum Viable Products (MVP) oder der Build-Measure-Learn Zyklus, die man sich bei der Nutzung von Lean Startup stehts vor Augen hält. Besonders bei Teams, die daran gewöhnt sind lange zu planen und klassisches Wasserfall-Projektmanagement durchzuführen, dient die Lean Startup Methode als Prozess für ein schnelleres, agiles Arbeiten.

Lean Startup ist aber keine exakte Wissenschaft und das ist auch gut so. Durch die datengetriebene Entwicklung von Geschäftsmodellen wird zwar das Risiko von Fehlschlägen reduziert, was aber nicht heißt, dass ein Erfolg garantiert ist. Wenn man innovative Produkte entwickelt und dadurch mit viel Unsicherheit konfrontiert wird, muss man gelegentlich trotzdem noch auf das Bauchgefühl hören und Risiken eingehen.

Aus diesem Grund ist das Mindset des Teams oft wichtiger als das dogmatische Verfolgen der Lean Startup Methode. Besser ein Top-Team ohne Lean Startup, als Lean Startup mit einem schwachen Team. Aus diesem Grund sehen wir uns nicht nur als Unterstützer bei der Durchführung von Lean Startup, sondern als diejenigen, die den einzelnen Teammitgliedern die agile Denkweise mit Fokus auf validiertes Lernen beibringen.

Wie ist Deine Wahrnehmung von Hannover als Startup Standort?

Meine Anknüpfungspunkte für Hannover als Startup Standort sind zum einen die Cebit und zum anderen hannoverimpuls. Leider war ich selbst noch nicht auf der Cebit, habe aber von einigen Teilnehmern mitbekommen, dass das Thema Startups und Innovation immer stärker in den Fokus rückt. Mit so einer bedeutenden Messe und der neuen Ausrichtung auf Startups als Innovationsmotor hat Hannover das Potential sich dauerhaft als Startup-Hotspot in Deutschland zu positionieren.

Auf hannoverimpuls bin über Thorsten Ramus gekommen, den ich zunächst nur online kennengelernt habe. Vor einigen Monaten war er dann bei uns in Köln zu Besuch, wo wir uns über Startups, Lean Startup und Co. ausgetauscht haben. Die Arbeit, die er und andere Mitarbeiter von hannoverimpuls leisten, ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung der Startup- Szene in Hannover und sollte weiter ausgebaut werden.

Ich hoffe, dass ich bei meinem Besuch in Hannover mehr von der Startup-Szene sehen werde, um etwas für Köln zu lernen bzw. Learnings aus Köln nach Hannover zu bringen.

Was macht Köln als Startup Standort aus?

Die Startup-Szene ist in den letzten zwei Jahren stark gewachsen und hat mit Events wie dem European Pirate Summit auch über die Grenzen Deutschlands an Bekanntheit gewonnen. Es sind mehrere große Co-Working/Inkubatoren in Köln entstanden wie z.B. STARTPLATZ, Solution Space und das Clusterhaus, die günstige Arbeitsplätze bieten und regelmäßig Events und Workshops veranstalten.

In Köln befinden sich außerdem einige Hidden-Champions, die man hier vielleicht nicht vermuten würde. Dazu gehören z.B. die Eyeo GmbH als Betreiber des international erfolgreichen Werbeblockers Adblock Plus oder Quintly, das Social Media Analytics Startup, dass schon länger auf dem US-Markt aktiv ist. Insgesamt wird in Köln viel gemacht und erreicht, ohne das darüber unbedingt in den Medien berichtet wird.

Kamil Barbarski

Köln ist mit Unternehmen wie RTL, WDR, Mediakraft und vielen Agenturen seit Jahren eine bedeutende Medienstadt. Dadurch finden sich Talente im digitalen Medienbereich, die hervorragend als Mitarbeiter oder Gründer von Startups geeignet sind. Darüber hinaus befinden sich in der Nähe ein starker Mittelstand sowie Konzerne wie z.B. KPMG, Bayer, Ford, die mittlerweile die Vorteile einer aktiven Startup-Szene für sich entdeckt haben.

Wenn in den nächsten Jahren die einzelnen Startup-Hotspots in Köln und NRW stärker zusammenwachsen und Gründen bereits früh gefördert wird, dann kann hier etwas Großartiges für Startups entstehen.

Kamil Barbarski

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