Gewinner Graphmasters macht Staus ein Ende

10 Jahre "Plug & Work"

© hannoverimpuls GmbH

Dieses Phänomen kennt wahrscheinlich jeder Besitzer eines Navigationsgeräts: Ein Stau wird signalisiert und dankenswerter Weise gleich eine Ausweichroute vorgeschlagen. Doch leider führt auch dieser Weg oft nicht schneller zum Ziel, denn die meisten „Navis“ leiten die Fahrer über ein und dieselbe Ausweichstrecke – und diese verstopft meist ebenso. Eine intelligente Verkehrsmanagement-Lösung aus Hannover will Staus und stockendem, nervenaufreibendem Verkehr auf deutschen Straßen deshalb endlich den Garaus machen. Das Prinzip ist einfach: Der Routingdienst NUNAV des jungen Unternehmens Graphmasters GmbH vernetzt die Navis aller am System teilnehmenden Fahrer, errechnet über seine Server-Cloud für jedes Fahrzeug eine passende Strecke im Voraus und weist Ausweichrouten jeweils nur einer bestimmten Zahl Fahrern zu. Ist die erste Ausweichstrecke an ihrer Kapazitätsgrenze, wird auf die nächste Strecke verwiesen, und so fort. „So wird der Verkehr ideal auf das Straßennetz verteilt und die Infrastruktur optimal genutzt“, sagt Christian Brüggemann, einer der Geschäftsführer von Graphmasters.

Nach ihren Angaben ist es möglich, dass eine Großstadt zu Stoßzeiten ­– mit möglichst flächendeckendem Einsatz von NUNAV – bis zu doppelt so viele Fahrzeuge befördern kann als mit herkömmlichen Navis. Für den einzelnen Fahrer wiederum heißt dies, dass er doppelt so schnell am Ziel sein kann, zudem wird die Umwelt durch weniger CO2-Emissionen entlastet. Das im wahrsten Sinne wegweisende Verkehrsmanagementsystem wird bereits in Navigationsgeräten von Partnern wie Bosch verbaut, mit anderen Herstellern ist man in Verhandlungen. Zu den Zielgruppen gehören auch Automobilhersteller und Erstausrüster (OEM), zudem ist man in Pilotprojekten mit Flotten- und Paketdienstleistern sowie Logistikunternehmen engagiert. Zwar wird auch eine mobile App-Version des Systems getestet, aber die B2B-Strategie über die Hersteller sorgt für zügigere Marktdurchdringung: „So wächst unsere Nutzerbasis schneller“, sagt Brüggemann. Und eine breite Nutzerbasis ist nötig, damit das System bestmöglich funktioniert. Mindestens zehn Prozent der Fahrer einer Region sollten NUNAV nutzen, damit eine signifikante Verbesserung des Verkehrsflusses erreicht wird. Ziel ist deshalb, das intelligente System aus Hannover als Standard für Navigationsgeräte zu etablieren und zu lizensieren – bei mehreren Millionen Geräten allein in Deutschland eine höchst aussichtsreiche Perspektive.

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Device+Simulator

Seit einigen Monaten arbeitet das neunköpfige Team um die drei Gründer Iulian Nitescu, Christian Brüggemann und Sebastian Heise unter optimalen Bedingungen im TECHNOLOGIE ZENTRUM (TZ) im Wissenschaftspark Hannover, nachdem zuvor die Gründung von verschiedenen Standorten betrieben wurde. Im April hat man den neuen Unternehmenssitz bezogen, die Finanzierung der Büroräume für ein Jahr erfolgt durch hannoverimpuls im Rahmen des Wettbewerbs „Plug & Work“, den das Unternehmen Ende 2013 gewonnen hatte. „Neben den hervorragenden Bedingungen im TZ unterstützt uns hannoverimpuls auch aktiv bei der Mitarbeitersuche, gerade auch im Ausland“, so Sebastian Heise, der sich über weitere Bewerbungen von interessierten Software-Ingenieuren freut. Die Wirtschaftsförderer sind vom Erfolg der Förderung überzeugt: „Das NUNAV-System hat größtes Potenzial. Und mit den Räumlichkeiten im TZ ist eine zielgerichtete, kommerzielle Weiterentwicklung dieses vielversprechenden Projekts möglich“, sagt Projektleiter Dr. Hartmut Selle von hannoverimpuls, „ein typischer Inkubatoreffekt.“

10 Jahre Plug & Work: 1.000 neue Arbeitsplätze und 236 neue Unternehmen durch den Ansiedlungs- und Gründungswettbewerb!

Graphmasters ist eines von über 200 Unternehmen, die vom Wettbewerb „Plug & Work“ profitieren konnten. Der Wettbewerb feiert in diesen Tagen sein zehnjähriges Jubiläum. Junge oder an einer Ansiedlung am Standort Hannover interessierte Unternehmen aus den Zukunftsbranchen – auch aus dem Ausland – haben die Chance auf professionelle Unterstützung beim Start. „Plug & Work“ begleitet für ein Jahr beim Markteinstieg mit kostenfreien Büro- und Arbeitsflächen, Netzwerkeinbindung und Beratung. Mit Erfolg: Mit diesem Konzept konnten in zehn Jahren mehr als 1.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, bereits für 236 Unternehmen war „Plug & Work“ der Türöffner zum Standort Hannover.

Innovative Gründungen und an einer Ansiedlung interessierte Firmen können sich das ganze Jahr bei „Plug & Work“ bewerben. Mehr Infos unter www.hannoverimpuls.de/plugandwork

Kontakt

Herr Dr. Hartmut Selle

Projektleiter Internationalisierung

hannoverimpuls GmbH