Logistikimmobilienmarkt

MARKTSTIMMUNG: OPTIMISTISCH, ANHALTEND HOHE MARKTAKTIVITÄT.
© Region Hannover/Dirk Laubner

Logistik und Produktion

Die Region Hannover ist europäische Logistikdrehscheibe und wichtiger Hafenhinterlandstandort für die Seehäfen in Norddeutschland. Vor allem Handels- und Industrieunternehmen prägen als Nachfrager die regionale Logistikwirtschaft. In den vergangenen Jahren haben sich viele Kontraktlogistiker am Standort niedergelassen, die Logistikaufgaben für andere Unternehmen ausführen und dadurch eine hohe eigene Wertschöpfung aufweisen. Die Hallenflächenumsätze lagen Ende 2020 mit 410.000 qm erneut auf einem Höchststand.

In den letzten fünf Jahren (2016 bis 2020) wurden rund 620.000 qm Hallenfläche für Logistik und Produktion in der Region Hannover fertig gestellt. Die für die Jahre 2021 bis 2023 geplanten oder bereits bekannten Projekte summieren sich auf rund 350.000 qm Hallenfläche.

Logistikflächenbestand 2021 in qm

3,71 Mio.

davon nach 2010 errichtet

1,45 Mio.

Logistikflächenumsatz 2020 in qm

410.000

davon Vermietungen

davon Eigennutzungen

345.000
65.000

Logistikflächenumsatz 1. Halbjahr 2021 in qm

195.000

davon Vermietungen

davon Eigennutzungen

175.000
20.000

Mieten Spitzenlagen 2021

 

Spitzenmiete in €/qm

Durchschnittsmiete in €/qm

5,30 

4,40

Nettoanfangsrendite Logistikzentren in Spitzenlagen 2021

4,3 %

 

 

MARKTSTIMMUNG UND TRENDS

BUMKE, Gertrud-Knebusch-Straße Hannover, Aurelis Real Estate Service GmbH
BUMKE, Gertrud-Knebusch-Straße Hannover, Aurelis Real Estate Service GmbH

Bei Logistik- und Industrieimmobilien wurden 2020 wieder Rekordumsätze von rund 410.000 qm Hallenfläche (plus 30.000 qm bzw. 8 %) registriert. Die Mieten zeigen sich weitgehend stabil, die Spitzenmiete lag 2020 bei 5,20 Euro/qm. Bereits der Start ins Jahr 2021 erfolgt dynamisch, zur Jahresmitte werden rund 200.000 qm Hallenflächenumsätze verzeichnet, sowohl Spitzen- als auch Durchschnittsmieten gehen gestärkt durch das erste Halbjahr (Anstieg jeweils um 10 Cent). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben offenbar kaum Effekte auf das Geschehen im Bereich Logistik- und Produktionsimmobilien. Das Flächenangebot ist eher
durch die anhaltend hohen Flächenumsätze eingeschränkt.

Der durch die Krise gewachsene Onlinehandel hat die vor- und nachgelagerte Logistik gestärkt. Für Immobilien und logistische Infrastrukturen, die vor allem für Industrielogistik ausgelegt sind, ist die Lage bundesweit zwar angespannt und hat insbesondere die Automotive-Branche im Allgemeinen stark getroffen. Dennoch sind in der Region Hannover in diesem Bereich abweichend vom nationalen Trend Projektentwickler und Unternehmen unverändert sehr aktiv.

Die regionalen Marktakteure können sich vorstellen, dass mittel- bis langfristig durch die Rückholung von Produktion nach Europa der Bedarf an Logistik- und Produktionsflächen (sogenannten Light-Industrials) zunehmen wird. Auch um Lieferketten im Handel und in der Industrie insgesamt besser abzusichern und krisenfester zu machen, dürfte sich der Bedarf an logistischen Flächen in der Region Hannover weiter erhöhen. Die in der Corona-Krise enorm gestiegene Bedeutung des E-Commerce und die damit verbundenen Auswirkungen „auf der letzten Meile“ im Bereich der Kurier-, Express- und Paketdienste bilden sich derzeit in der Flächennachfrage ebenfalls deutlich ab.

Dass die Bedeutung von Logistik- und Industrieimmobilien als Assetklasse steigt, wird mit Blick auf den Investmentmarkt deutlich. Die Investitionen dafür lagen in der Region Hannover 2020 an zweiter Stelle direkt hinter Büroimmobilien und konnten sogar deutlich zulegen (auf rund 285 Mio. Euro, plus 68 %).

LOGISTIK UND INDUSTRIE BAUEN IHRE BEDEUTUNG AM REGIONALEN IMMOBILIENMARKT WEITERHIN DEUTLICH AUS.

Die Marktakteure blicken optimistisch auf das weitere Jahr 2021. Der Leerstand ist so gering wie seit Jahren nicht mehr und die Vermietungschancen werden ausnahmslos als gut bis sehr gut eingeschätzt. In der Corona- Krise erweist sich die Logistikwirtschaft nicht nur auf dem Immobilienmarkt als stark und stabilisierend, sondern verdeutlicht auch ihre branchenübergreifende Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Der steigende Bedarf und die anhaltend hohe Nachfrage wird absehbar zur Herausforderung, da es nur noch begrenzt möglich ist, neue Gewerbeflächen auszuweisen. Die Reaktivierung von Gewerbebrachen dürfte deshalb nicht nur vor dem Hintergrund einer Nachhaltigkeitsdiskussion in den nächsten Jahren an Dynamik gewinnen.

Daten im Detail

Flächenumsätze Logistik/Produktion in der Region Hannover 2016 bis 2021

Quelle: Erhebungen und eigene Berechnungen der Region Hannover; Angaben von Marktteilnehmern Q2/2021

Fertigstellungen Logistik/Produktion in der Region Hannover 2016 bis 2023

Quelle: Erhebungen und eigene Berechnungen der Region Hannover

*Datenlage unsicher aufgrund von Corona-Auswirkungen, Prognose auf Basis der derzeit bekannten Projektierungen

Mieten für Logistik- und Lagerflächen 2016 bis 2021

Quelle: bulwiengesa AG; Erhebungen der Region Hannover;
Angaben von Marktteilnehmern

* Datenlage unsicher aufgrund von Corona-Auswirkungen;
Schätzung auf Basis der Angaben von Marktteilnehmern Q2/2021

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Projektübersicht

LAPP Logistikzentrum

© Olaf Mahlstedt
LAPP Logistikzentrum

Das neue Logistikzentrum von LAPP Kabel am Industrieweg wurde von der bauwo Grundstücksgesellschaft auf dem früheren Gelände des Max-Müller-Eisenwerks errichtet. Die Mitte 2020 eröffnete Logistikhalle umfasst 18.000 qm, daneben ein Außenlager von rund 27.000 qm.

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MTU

© Olaf Mahlstedt
MTU

Die MTU Maintenance Hannover hat 2020 in Langenhagen eine neue Werk- und Logistikhalle fertiggestellt, die eine Fläche von rund 22.000 Quadratmetern umfasst. Außerdem werden ein fünfstöckiges Bürogebäude und fast 300 zusätzliche Parkplätze errichtet. Die Gesamtinvestitionssumme des Baus liegt bei 43 Mio. Euro, die von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG), die zu gleichen Teilen der Stadt Langenhagen und der Flughafen-Gesellschaft gehört, getragen werden. Die MTU wird das Gebäude als Mieter beziehen. Seit der Gründung der MTU Maintenance Hannover im Jahr 1979 wurden die Hallen in der Nähe des Flughafens Hannover-Langenhagen mehrfach erweitert. Zuletzt entstand 2013 bereits eine neue Logistikhalle. Hannover ist – nach dem Hauptsitz in München – der zweitgrößte Standort des Konzerns.

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Rhenus Home Delivery

© Prologis Germany Management GmbH
Rhenus Home Delivery

Prologos hat 2021 für Rhenus Home Delivery, bisher ansässig an einem kleineren Standort in Hannover, nahe der A7 ein Logistikzentrum errichtet. Die Anlage umfasst rd. 5.500 qm Lager- und Umschlagsfläche sowie einen zweistöckigen Bürotrakt. Im Logistikzentrum werden Möbel, weiße und braune Ware sowie Fitnessgeräte für stationäre Einrichtungshäuser und Online-Versandhändler mit Zielgebiet Norddeutschland zwischengelagert und umgeschlagen.

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Verdion ExpoPark (2. Bauabschnitt)

© Olaf Mahlstedt
Verdion ExpoPark (2. Bauabschnitt)

Der Verdion ExpoPark Hannover bietet nach geplanter Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts im September 2021 weitere rund 47.000 qm Logistik-, Gemeinschafts- und Büroflächen. Die Investitionssumme beträgt rund 60 Mio. Euro, angestrebt ist eine DGNB-Zertifizierung in Gold.

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VGP Park

© Olaf Mahlstedt
VGP Park

Der VGP-Park Laatzen verfügt auf rund 24 ha insgesamt über eine Hallenfläche von rund 112.000 qm. Neben dem E-Commerce Unternehmen Connox (50.000 qm), der EDEKA-Gruppe (7.000 qm) ist der dritte Mieter der Maschinen- und Anlagenhersteller KraussMaffei, der neben rund 37.000 qm Hallenfläche auch ein Verwaltungsgebäude (18.000 qm) nutzen wird. Die Fertigstellung wird ab Ende 2021 bis zum zweiten Halbjahr 2022 erfolgen.

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Kontakt

Region Hannover
Hilmar Engel
Projektkoordination Regionalentwicklung
Region Hannover
Wirtschaftsförderung
Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung
Hilmar Engel
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