Wenn Nachhaltigkeit stärkt: Wie aus Laufshirts neue Perspektiven entstehen
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Was passiert mit Textilien, die nicht mehr gebraucht werden? - Das Projekt „RE:Shirt – Ressourcen retten. Menschen stärken.“ gibt darauf eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Antwort: Sie werden zum Ausgangspunkt für Kreativität, Teilhabe und neue Selbstwirksamkeit. In der Tagesstätte Hannover der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen gGmbH haben Teilnehmende aus rund 300 ungenutzten Laufshirts mit Unterstützung des Fonds für sozial-ökologische Innovation der Region Hannover neue Upcycling-Produkte gestaltet – und dabei weit mehr geschaffen als nur neue Gegenstände.
Nachhaltigkeit trifft soziale Teilhabe
Für einen Spendenlauf zum Thema Suchthilfe wurden im Jahr 2020 mehrere hundert Laufshirts produziert. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Lauf jedoch abgesagt werden, sodass die Shirts ungenutzt im Keller der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen lagerten. Diese ungetragenen Laufshirts bildeten den Ausgangspunkt für die Idee des Projekts „RE:Shirt – Ressourcen retten. Menschen stärken.“, mit dem ihnen ein neuer Sinn gegeben werden sollte.
Das Projekt verbindet zwei zentrale Zukunftsthemen: ökologische Verantwortung und soziale Teilhabe. Statt ungenutzte Textilien zu entsorgen, wurden sie kreativ weiterverarbeitet. Gleichzeitig haben Menschen mit Suchterfahrungen und/oder psychischen Erkrankungen einen geschützten Raum erhalten, um sich einzubringen, Neues auszuprobieren und eigene Fähigkeiten zu entdecken. Ressourcenschonung wird so nicht nur sichtbar, sondern auch erlebbar.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Menschen. Die Teilnehmenden der Tagesstätte Hannover haben Schritt für Schritt Upcycling- und Designkompetenzen entwickelt, eigene Entscheidungen getroffen und gesehen, wie aus Ideen konkrete Produkte wurden. Dieser kreative Prozess hat das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt und macht Selbstwirksamkeit unmittelbar erfahrbar – ein wichtiger Baustein für Teilhabe und persönliche Entwicklung.
Unterstützung, die Wirkung ermöglicht
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Möglich wurde das Projekt durch die Förderung und Begleitung über den Fonds für sozial-ökologische Innovation der Region Hannover, umgesetzt in Kooperation mit dem kreHtiv Netzwerk Hannover. Die Zusammenarbeit hat nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch fachliche Begleitung geboten, um ökologische Ziele, soziale Wirkung und unternehmerisches Handeln sinnvoll miteinander zu verbinden.
Soziovation: Förderung, die Projekte wie RE:Shirt möglich macht
Das Projekt „RE:Shirt – Ressourcen retten. Menschen stärken.“ ist ein Beispiel dafür, wie der Fonds für sozial-ökologische Innovation (Soziovation) der Region Hannover neue Ideen in die Praxis bringt. Über das Förderprogramm werden gemeinnützige Organisationen, Gründer*innen und Start-ups unterstützt, die ökologische Nachhaltigkeit mit sozialer Wirkung verbinden. Das Projekt „RE:Shirt“ konnte mithilfe der Förderung Investitions- und Sachkosten sowie begleitende Beratungsleistungen finanzieren und so einen kreativen Raum für Teilhabe, Kompetenzentwicklung und Selbstwirksamkeit schaffen.
Das Förderprogramm Soziovation orientiert sich inhaltlich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 und legt bei der Förderung besonderen Wert auf innovative Geschäftsmodelle in der Sozialwirtschaft sowie auf Projekte, die Beschäftigungsperspektiven für benachteiligte Zielgruppen eröffnen.
Sichtbare Ergebnisse, die bleiben
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Ein besonderer Meilenstein wurde mit der Ausstellung der entstandenen Produkte am 4. Februar 2026 erreicht. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit wurden öffentlich sichtbar und wertgeschätzt. Darüber hinaus leben die „RE:Shirts“ weiter: als persönliche Erinnerungsstücke, als Geschenke, als Trophäen bei einem Volleyballturnier oder perspektivisch als Neudrucke für Teams.
Das Projekt „RE:Shirt“ der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltige Ideen im Alltag Wirkung entfalten können – indem sie Ressourcen retten und gleichzeitig Menschen stärken.
Kontakt
Berit Lüdecke
Region Hannover
Beschäftigungsförderung
Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung