Erfolgreicher Abschluss des Female Health Incubators

E-Health-Projekte brauchen weiter Förderung – Ministerin Birgit Honé unterstützt neue Pläne von hannoverimpuls

Strenge Regulierungen, Nachweis des Nutzens, Zugang zu den Playern im Gesundheitsmarkt, IT-Know-how, die Zulassung als Medizinprodukt – und Patientensicherheit an vorderster Stelle: Das Gesundheitswesen ist ein besonderes Terrain. Für Innovationen ist der Weg von der Erfindung zum Markt lang und kostenintensiv. Umso wichtiger sind Inkubatoren wie der Female Health Incubator (FHI) von Hannovers Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls, der Health-Startups unterstützt hat, um die großen Chancen der Digitalisierung für die Gesundheitsversorgung voranzutreiben.

Eine Software, die Krankenhäusern hilft, Angehörige während der Rehabilitation zu informieren (RehaCheck), Hilfe für pflegende Angehörige über eine digitale Plattform in Verbindung mit persönlichen Care-Managern (KindCare) oder eine Plattform, die passgenau Informationen und Produkte für Menschen mit Histamin-Intoleranz anbietet (HistaFit): Das Spektrum an unternehmerischen Ideen, die im Female Health Incubator (FHI) vorangebracht wurden, ist vielfältig. In drei Durchläufen haben insgesamt 13 Teams den FHI von Mai 2020 bis September 2022 genutzt, um Female-Health-Angebote und Ideen agil weiterzuentwickeln. Möglich war das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen des Projekts „Soziale Innovation“.

Jeweils sechs Monate lang wurden die Teams intensiv durch Coaching, Workshops und Mentoring individuell begleitet und mit Investor*innen sowie Expert*innen vernetzt. Die Förderung war dabei so konzipiert, dass sie sich der Lebenssituation der Gründerinnen angepasst hat. Nach der Intensivzeit folgte jeweils eine dreimonatige Fade-out-Phase. Erste Unternehmen wie HistaFit haben den Markteintritt schon geschafft, andere wie RehaCheck entwickeln gerade den Prototyp.

„Schade, dass der Inkubator ausläuft. Für unsere Unternehmensentwicklung waren das Coaching und die Förderung elementar“, sagt etwa Ana Hansel, Geschäftsführerin von HistaFit. Zu zweit haben die Gründerinnen Ana Hansel und Melina Neumann am ersten Durchlauf des FHI 2020 teilgenommen, heute hat HistaFit vier angestellte Mitarbeitende und ist mit rund 20 Produkten am Markt. Das Portfolio reicht dabei von Online-Kursen und Coachings bis hin zu Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln für Menschen mit Histamin-Intoleranz. 2021 konnte das Health-Startup zwei Business Angels mit Investitionen im mittleren fünfstelligen Betrag an Bord holen und ist mit weiteren Investor*innen im Gespräch. Eine eigene Lebensmittelmarke ist im Aufbau. Eine echte Erfolgsstory – auch des Female Health Incubators:

„Der Inkubator war ein wichtiger Baustein unserer Wirtschaftsförderung, der Niedersachsen beim Thema weibliche Unternehmensgründungen bundesweit ganz nach vorn gebracht hat“, bilanziert hannoverimpuls-Geschäftsführerin Doris Petersen. Aber nur selten ist der Markteintritt so schnell wie bei HistaFit realisierbar: „Wir haben erlebt, dass ein Digital-Health-Angebot für IT-Programmierung, notwendige medizinische Studien und den Zugang zum Gesundheitsmarkt viel, viel Zeit, Geld und Hilfe braucht.“

» „Der Inkubator war ein wichtiger Baustein unserer Wirtschaftsförderung, der Niedersachsen beim Thema weibliche Unternehmensgründungen bundesweit ganz nach vorn gebracht hat“. «
hannoverimpuls-Geschäftsführerin Doris Petersen
(v.li.) Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls; Frank Preugschat, Geschäftsführer Versorgungs- und Leistungsmanagement AOK Niedersachsen; Aileen Marske, Gründerin Startup Mara; Petra Schulz, Abteilungsleiterin Ministerium für Bund, Europa und Regionale Landesentwicklung in Vertretung für Ministerin Birgit Honé.
© hannoverimpuls GmbH
(v.li.) Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls; Frank Preugschat, Geschäftsführer Versorgungs- und Leistungsmanagement AOK Niedersachsen; Aileen Marske, Gründerin Startup Mara; Petra Schulz, Abteilungsleiterin Ministerium für Bund, Europa und Regionale Landesentwicklung in Vertretung für Ministerin Birgit Honé.

Die Förderung über den FHI ist ausgelaufen, doch auch in Zukunft will hannoverimpuls Impulsgeber und Sparringspartner für Health Startups mit innovativen Lösungsansätzen sein. Dafür hat das Team den Inkubator weiterentwickelt und will mit einem neuen Projekt, dem „Future Health Incubator“, noch passgenauer unterstützen. „Die Förderung von Female Startups bleibt weiter wichtig, doch wir erweitern den Fokus zu einem diverseren Blick auf Gesundheitsprojekte, damit werden wir dem gesellschaftlichen Bedarf mehr gerecht“, ergänzt Doris Petersen. Und als wesentliches Learning aus dem FHI gilt, eine längerfristige Begleitung im Prozess sowie die Vernetzung zum Gesundheitssystem sind wesentliche Erfolgsfaktoren. Deshalb ist ein wichtiger Teil des neuen Konzepts, dass das Projekt-Team von hannoverimpuls direkt und aktiv an den Projektideen mitarbeitet – und sich als kooperativer und sozialer Company Builder der Gesundheitsbranche versteht.

Petra Schulz, Abteilungsleiterin im Ministerium für Bund, Europa und Regionale Landesentwicklung, die kurzfristig für Ministerin Birgit Honé bei der gestrigen Abschlussveranstaltung einspringen musste, sagte zu den Zukunftsplänen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft von Stadt und Region Hannover: „Viele Inkubator-Programme leisten kurzfristige Coaching-Arbeit. Der Ansatz von hannoverimpuls, Gesundheitsprojekte über eine längere Zeit zu begleiten, gehört zu den überzeugenden Erfahrungen aus dem FHI.“

Konkret beinhaltet das geplante Projekt einen Inkubator mit einem achtmonatigen Programm, aufgeteilt in Konzept- und Umsetzungsphase. Anschließend werden die Ideen und Konzepte in echten Testumfeldern optimiert, um möglichst schnell erfolgreiche Angebote am Markt zu realisieren.

Denn, Wirtschaft fördern, Innovationen unterstützen, die Zukunft von Digital Health gestalten, das ist der Antrieb von hannoverimpuls. Nicht zuletzt mit der neu geschaffenen Dachmarke Digital Health City Hannover (DHCH), die die Player der Gesundheitswirtschaft unter einem Dach vereint, hat der Standort dafür das perfekte Ökosystem.

Kontakt

hannoverimpuls
Dominique Gußmag
Projektleiterin Gründung und Entrepreneurship
hannoverimpuls GmbH
hannoverimpuls
Cornelia-M. Bödecker
Referentin Presse und Öffentlichkeitsarbeit
hannoverimpuls GmbH

nach oben