Serielle Gebäudesanierung als Chance für den Klimaschutz und die regionale Wirtschaft

Eine hohe Anzahl von Gebäuden in der Region Hannover müssen dringend energetisch saniert werden, doch aufgrund steigender Kostenspirale, nicht ausreichend vorhandener Rohstoffe sowie fehlender Handwerker, geht es nicht ausreichend schnell voran. Das in Deutschland gesetzte Ziel der Klimaneutralität bis 2045 rückt damit in immer weitere Ferne. hannoverimpuls, die Sparkasse Hannover und die Klimaschutzagentur Region Hannover nehmen sich dieser  Herausforderung an, bringen die maßgeblichen Akteure hierfür zusammen und planen mit Stadt und Region Vorreiter für die serielle Gebäudesanierung in Niedersachsen und darüber hinaus zu werden – eine Riesenchance für die regionale Wirtschaft!  Mit der Auftaktveranstaltung von Politik, Nachfrager*innen und Anbieter*innen in der Sparkasse Hannover wurde ein deutliches Startsignal für dieses Vorhaben gesetzt.

Hannover, 23. November 2022: „Angesichts unserer ehrgeizigen Klimaziele müssen wir das Sanierungstempo verdreifachen, die energetische Gebäude-sanierung ist dabei ein wichtiger Baustein. Deshalb begrüße ich die gemeinsame Initiative, das serielle Sanieren als Zukunftstrend zu forcieren“, sagte Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover, Anja Ritschel, in ihrer Ansprache an die Teilnehmenden in der Sparkasse Hannover.

Bei der Konferenz mit zahlreichen Herstellern und Dienstleistern aus der Region sowie Teilnehmer*innen unterschiedlicher Wohnungsbaugesellschaften erläuterte auch Uwe Bigalke, Experte der Deutschen Energie-Agentur dena, die politische Strategie sowie die neuen Möglichkeiten und Chancen rund ums serielle Sanieren: „Zurzeit fehlt uns in der Baubranche die schnelle Skalierbarkeit von Sanierungsprojekten, diese Lücke kann serielles Sanieren schließen.“

Im Anschluss an die Vorträge klärten die Teilnehmenden in zwei unterschiedlichen Arbeitsgruppen, wie sich Angebot- und Nachfrageseite für die Umsetzung aufstellen müssen, um möglichst zügig durchzustarten. Eingeladen hatten hannoverimpuls, die Sparkasse Hannover und die Klimaschutzagentur Region Hannover gemeinsam – zusammen wollen sie Stadt und Region Hannover zum Vorreiter für Niedersachsen bei dieser Sanierungsmethode machen, die für die regionale Wirtschaft eine Riesenchance bedeutet. „Einerseits nehmen die Sanierungsarbeiten, bei genauer und sorgfältiger Vorplanung dieser Technologie, auf der Baustelle deutlich weniger Zeit ein, andererseits ist das Gebäude nach abgeschlossener Sanierung klimaneutral im Betrieb – mit gut isolierter Fassade, Photovoltaikanlage auf dem Dach und einem Heizsystem mit Wärmepumpe, erläutert Anja Floetenmeyer-Woltmann, Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Region Hannover. „Mittelständische Handwerksunternehmen etwa rund um die Holzwirtschaft sowie regionale Dienstleister als Zulieferer hätten wieder volle Auftragsbücher“, ergänzt Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls, die wirtschaftlichen Potentiale und zahlreichen positiven Effekte.

Mit modernster Technik wird beim seriellen Sanieren ein 3D-Scan von den betroffenen Gebäuden – beispielsweise dem sozialen Wohnungsbau – erstellt. Aus dem Gesamtbild entsteht ein Modell, ein digitaler Zwilling der Immobilie, sodass in der Fabrik ganze Fassadenteile inklusive Fenster und Türen sowie Dachelemente mit Photovoltaik-Elementen modular vorgefertigt werden können und auf der eigentlichen Baustelle nur noch montiert werden. Das Verfahren ist in anderen Ländern wie den Niederlanden oder Frankreich bereits vielfach erprobt und liefert schneller als bisher Top-Ergebnisse. Durch bestehende Förderprogramme und Förderkredite von KfW und BAFA sowie bestehender und neu zu initiierender regionaler Fördermöglichkeiten wird das Sanieren nicht nur erleichtert, sondern auch bezahlbar und kommt in die flächenmäßige Umsetzung. „Wir arbeiten bereits an Pilotprojekten am Standort, denn mit seriellem Sanieren haben wir die Chance, die Klimaziele schneller zu erreichen. Städte wie Köln oder Bochum haben es bereits vorgemacht“, erläutert Hagen Raddatz, Fachbereichsleiter Projektentwicklung der hanova WOHNEN GmbH.

Der Auftaktkonferenz in der Sparkasse Hannover sollen weitere Gesprächsrunden folgen, um in den kommenden Jahren mit dieser innovativen – und im Vergleich zur herkömmlichen Sanierung vor Ort deutlich schnelleren – Methode Fahrt aufzunehmen: Für den Klimaschutz und die regionale Wirtschaft. „Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch, Initiativen zu fördern, die die gleichen Ziele verfolgen wie wir“, sagt Mitveranstalterin Marina Barth, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hannover.

 

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