Resiliente KMU: hannoverimpuls hilft Unternehmen bei Krisenvorsorge mit neuem Programm

Zähneputzen ist der beste Schutz gegen Karies und Sport hilft uns Menschen dabei, Wohlstandskrankheiten abzuwehren. So weit, so gut. Doch auch Unternehmen können sich fit machen für potenzielle Krisen und damit ihre Widerstandskraft deutlich erhöhen. Mit seinem neuen Programm „Resiliente KMU“ hilft hannoverimpuls Betrieben der Region passgenau, ihre jeweiligen Schwachstellen zu erkennen und sich mit Begleitung von Expert*innen für die Zukunft gut aufzustellen. 

Hannover, 23. November 2021 

Krisen komplett verhindern – das ist auch mit Planung und Vorsicht unmöglich. Aber gerade dann, wenn es Unternehmen gut geht, können sie Resilienz aufbauen, um im Fall der Fälle besser reagieren zu können. Stärken ausbauen und Schwachstellen identifizieren ist Krisen-Prävention, bevor es zum Ernstfall kommt. Bei rund 6.000 verschiedenen Fragestellungen hat das Team von hannoverimpuls den Unternehmen der Region beispielsweise während der Corona-Pandemie zur Seite gestanden und dabei geholfen, die Betriebe durch die Krise zu bringen. „Die Erfahrungen von Corona und auch aus der Finanzkrise von 2008/2009 zeigen, dass viele Firmen beim Thema Resilienz Nachholbedarf haben und Gefahr laufen, schnell in Schieflage zu geraten. Da wollen wir mit unserem neuen Programm Resiliente KMU ran. Wie ein Fitnesstrainer bieten wir Firmen dabei an, sie Schritt für Schritt zu begleiten, um sich für die Zukunft agil und krisensicherer zu positionieren“, beschreibt Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls, das neue Konzept.

Eine Organisation ist resilient, wenn sie dazu in der Lage ist, auf Störungen möglichst flexibel zu reagieren. Das heißt, sie schafft es, das Problem zu beseitigen, ohne gleichzeitig an wesentlichen Funktionen und Strukturen einzubüßen. Was nützt es beispielsweise, wenn ein Unternehmen eine starke Konjunkturflaute zwar ohne strukturelle Veränderungen übersteht, aber danach die Hälfte des Personals entlassen muss? Resiliente Unternehmen sind hingegen hochgradig lern- und anpassungsfähig. Das ist in einer Welt, die von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit geprägt wird, unabdingbar. Resilienz ist somit kein Schutzschild, sondern eine Form der Aktivität. Es ist die Fähigkeit, tatsächliche oder potenziell widrige Ereignisse abzuwehren, sich darauf vorzubereiten, sie einzukalkulieren, sie zu verkraften, sich davon zu erholen und sich ihnen immer erfolgreicher anzupassen.

Um die regionale Wirtschaft fit für die Zukunft zu machen, bietet hannoverimpuls mit Resiliente KMU ein Programm in zwei Schritten: In einem ersten Step bietet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Unternehmen über die Website www.wirtschaftsfoerderung-hannover.de/Resiliente-KMU eine kostenlose Resilienz-Checkliste, um selbst zu analysieren, wie gut das Unternehmen in welchen Bereichen aufgestellt ist und wo es möglicherweise Schwachstellen gibt, die es zu beheben gilt. Denn in zu vielen Betrieben werden Früherkennung und Risikomanagement bisher nur als Alibi-Funktion betrieben und nicht gelebt. Viele Unternehmen setzen sich mit ihren Problemen häufig erst dann auseinander, wenn es schon „fünf vor zwölf“ ist.

Ist Handlungsbedarf festgestellt, kann die Anfrage an die Wirtschaftsförderung automatisiert versendet und ein Gespräch sowie eine individuelle Bedarfsanalyse mit den Profis von hannoverimpuls angefragt werden. Die Palette der Handlungsfelder ist dabei weit gesteckt: Das beginnt beim richtigen Mindset im Team und in der Führungsstruktur, geht über Optimierung im Ressourcen- und Forderungsmanagement und bei Lieferketten bis hin zu Cybersicherheit.

Im zweiten Step werden gemeinsam für das Unternehmen passgenaue Lösungsansätze erarbeitet. Je nach individuellem Optimierungsbedarf kooperiert das Beratungsteam von hannoverimpuls auch mit externen Expert*innen. „Das neue Programm zeichnet sich durch höchste Individualisierbarkeit aus. Jedes Unternehmen ist anders und braucht zusätzliche ,Fitness‘ in ganz unterschiedlichen Bereichen“, erklärt Doris Petersen das Konzept, das noch in diesem Jahr startet.

Werden externe Expert*innen für den angestoßenen Beratungsprozess zu mehr Widerstandskraft in potenziellen Krisensituationen herangezogen, wird deren Tätigkeit durch das Programm finanziell gefördert. Pro Unternehmen werden 80 Prozent der Kosten für bis zu vier Beratungstage übernommen. Das Unternehmen trägt die restlichen 20 Prozent als Eigenanteil. Insgesamt hat die Wirtschaftsförderung dafür zunächst ein Budget von 100.000 Euro eingeplant. „Nicht die stärkste Art überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern die wandlungsfähigste.“ Das hat Charles Darwin bereits 1858 erkannt. Hannovers Wirtschaftsförderungsgesellschaft will mit Resiliente KMU dafür sorgen, dass von den Unternehmen der Region in Zukunft möglichst viele dazugehören.

 

Kontakt

hannoverimpuls
Dr. Hartmut Selle
Projektleitung Unternehmensstrategie
hannoverimpuls GmbH
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