Gründungsstory November 2026: Beate Westphal Coaching

Mehr Leichtigkeit statt noch mehr Anstrengung - Beate Westphal begleitet Erwachsene mit ADHS
Manchmal braucht es keinen großen Plan, sondern den nächsten machbaren Schritt. Beate Westphal, Diplom-Sozialpädagogin und systemischer Coach (ECA), unterstützt Erwachsene mit ADHS im Raum Hannover und online dabei, sich selbst besser zu verstehen und passende Wege für den Alltag zu finden. Im Mai 2026 hat sie sich mit „Beate Westphal Coaching“ selbstständig gemacht.

 

© Marlena Schmitz Fotografie

Beate, wie sieht Dein Angebot aus?

Ich biete Einzelcoachings und kleine Gruppen für Erwachsene mit ADHS an. Mein Schwerpunkt liegt auf Frauen, insbesondere auf spät diagnostizierten Frauen. In den Gruppen verbinde ich fachlichen Input mit dem Austausch untereinander. Denn oft ist es bereits entlastend zu merken: Anderen geht es ähnlich.
Gleichzeitig schauen wir gemeinsam, welche Strategien zur jeweiligen Person passen. So entstehen individuelle Lösungen, die nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern auch im echten Leben.

Ein aktuelles Gruppenthema ist „ADHS und Emotionen – wenn Gefühle plötzlich groß werden“. Die Gruppe startet am 5. Januar 2027 in Langenhagen und umfasst vier Abende à zwei Stunden.
Ab November gibt es außerdem mein neues Quickstep-Angebot: Ich komme zu den Menschen nach Hause und wir nehmen uns gemeinsam ein konkretes Alltagsthema vor – zum Beispiel die Entwicklung einer passenden Struktur im Haushalt.
Auch Eltern neurodivergenter Kinder möchte ich künftig mit einem Coachingangebot unterstützen. Dabei geht es nicht um klassische Erziehungsberatung, sondern um die Frage, wo im Familienalltag Überforderung entsteht und welche Strukturen zur jeweiligen Familie passen. Eine Gruppe für Männer ist ab Februar geplant.

 

Wie ist die Idee zur Gründung entstanden?

Ich habe mehr als 20 Jahre als Sozialpädagogin mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien gearbeitet. ADHS begegnete mir dabei immer wieder – zunächst vor allem bei den Menschen, die ich begleitet habe. Bei mir selbst habe ich lange keinen Zusammenhang gesehen.
Erst eine Therapeutin brachte die Möglichkeit ins Gespräch, dass ich selbst mit ADHS zu tun haben könnte. Danach hatte ich viele Aha-Momente. Bis zur Diagnose vergingen allerdings fast zwei Jahre.Diese Erfahrung hat mir auch gezeigt, wie lang und mühsam der Weg zu Unterstützung für Erwachsene sein kann. Ich wollte deshalb ein Angebot schaffen, das Menschen bereits dabei unterstützt, sich selbst besser zu verstehen und passende Veränderungen anzustoßen.Dabei geht es nicht um ein Heilversprechen oder Therapie, sondern um Coaching und alltagsnahe Begleitung.

 

Wer gehört zur Zielgruppe?

Ich begleite Erwachsene mit ADHS. Besonders am Herzen liegen mir Frauen, die – so wie ich – erst spät eine Erklärung für ihre Erfahrungen finden.
In der Perimenopause können zusätzliche Herausforderungen hinzukommen. Wenn Erschöpfung zunimmt oder sich Aufmerksamkeit und Gefühle verändern, funktionieren vertraute Strategien und Strukturen manchmal nicht mehr so gut.
Auch Eltern neurodivergenter Kinder möchte ich stärken. Manche entdecken im Blick auf ihr Kind, dass sie selbst ähnliche Erfahrungen kennen.

© Marlena Schmitz Fotografie

Was ist das Besondere?

Bei mir gibt es keine Schablone, die für alle funktionieren muss. Wir schauen zunächst: Was passiert im Alltag? Was braucht dieser Mensch – und was passt zu seinen Lebensumständen?
Daraus entwickeln wir individuelle nächste Schritte. Gerade beim Quickstep geht es darum, nicht nur über Veränderung zu sprechen, sondern gemeinsam ins Tun zu kommen.
Mein Ziel ist, dass aus „Das ist alles so anstrengend“ nach und nach mehr Verständnis und Leichtigkeit werden kann.

 

Welche Tipps hast du für andere Gründer*innen?

Sucht früh den Austausch – mit anderen Gründer*innen und mit Menschen, die schon länger selbstständig sind. Netzwerke helfen, offene Fragen zu klären und wichtige Dinge nicht zu übersehen.
Und: Macht aus dem großen Vorhaben kleine Schritte. Bei meiner Gründung lagen gefühlt tausend Aufgaben gleichzeitig auf dem Tisch. Mir hat geholfen, mich immer wieder zu fragen: Was ist heute meine Priorität?
Ein Businessplan ist dabei nicht nur ein Dokument für Banken und Co., sondern kann auch dabei helfen, die eigene Richtung und die nächsten Meilensteine zu klären.

 

Wie hat hannoverimpuls dich unterstützt – und wie war die Zusammenarbeit?

Auf das Angebot bin ich über die Koordinierungsstelle Frau und Beruf aufmerksam geworden. Bei hannoverimpuls konnte ich meine Gründungsidee prüfen und weiterentwickeln.
Besonders hilfreich waren die regelmäßigen Gespräche, die Begleitung beim Businessplan und bei den Finanzfragen sowie Masterclasses zu Themen wie Steuern, Finanzen und Marketing. Auch der Austausch mit anderen Gründerinnen war wertvoll.

Die Zusammenarbeit habe ich als sehr wertschätzend erlebt. Ich hatte eine feste Ansprechperson und konnte mit unterschiedlichen Anliegen kommen. Gerade bei Themen, die nicht zu meinen fachlichen Schwerpunkten gehören, hat mir das viel Sicherheit gegeben.

Ute Rebel, Projektleiterin Gründerinnen-Consult bei hannoverimpuls über Beate Westphal:

„Durch ihre langjährige berufliche Erfahrung und ihre persönliche Perspektive bringt Beate Westphal ein fundiertes Verständnis für ADHS mit. Mit ihrem Coachingangebot schafft sie mehr Sichtbarkeit für ADHS im Erwachsenenalter und bietet Hilfe zur Selbsthilfe an. Dabei unterstützen wir sie sehr gerne weiter.“

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