Mehr Quantentechnik schneller in die Anwendung bringen

Der Zukunftscluster QVLS-iLabs startet mit 15-Millionen-Euro-Förderung in die zweite Phase.
Dreizehn Quantentechnologie-Projekte haben gespannt die Entscheidung erwartet, jetzt ist die Zusage da: Der Zukunftscluster QVLS-iLabs erhält weitere 15 Millionen Euro Förderung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Hinzu kommen acht Millionen Euro aus eigenen Mitteln. Damit stehen für die kommenden drei Jahre insgesamt 23 Millionen Euro zur Verfügung, um die Entwicklung von anwendungsnahen Quantenkomponenten voranzutreiben. Die 25 Partner des Zukunftsclusters – darunter hannoverimpuls – verfolgen ein gemeinsames Ziel: den Technologietransfer modernster Quantentechnologien in den Markt zu beschleunigen.
© PTB
Treffen der Akteure des Zukunftsclusters QVLS-iLabs im Oktober 2025 in Braunschweig

Dass die Clusters4Future-Förderung des BMBFTR an die Region Hannover-Braunschweig geht, ist kein Zufall: Unter dem Dach des QVLS – Quantum Valley Lower Saxony – haben sich herausragende Forschungseinrichtungen organisiert: die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, die Technische Universität Braunschweig, die Leibniz Universität Hannover und das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit dem Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik. Im Zusammenschluss mit 21 Unternehmen können sich alle beteiligten Expert*innen auf ihre Stärken konzentrieren: Quantencomputing mit gefangenen Ionen und neuartige Anwendungen der Quantenmetrologie. Alles soll kleiner, besser und stabiler werden. Nachdem in der ersten Förderphase dafür die Grundlagen geschaffen wurden, wird es in der zweiten Phase konkret: Für die Industriepartner ein großer Schritt, damit aus Zukunftstechnologie auch echtes Alltagswerkzeug wird.

Das kommt nicht nur der Region zugute, sondern bringt weit darüber hinaus Nutzen, wie erste Ergebnisse zeigen:

  • Im Cluster wurde eine Software zur Steuerung von Quantenexperimenten unter Open-Source-Lizenz entwickelt und veröffentlicht, die nun von Forschungsgruppen weltweit genutzt werden kann.
  • Wie Quantentechnologien konkret wirken können, zeigt ein Projekt zur effizienteren Batteriefertigung: Mithilfe neuartiger Quantensensoren werden Batterieprozesse detailliert analysiert – ein wichtiger Schritt für leistungsfähigere und nachhaltigere Elektromobilität.
  • Neben vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen belegen sechs neue Patente und Erfindungsmeldungen den erfolgreichen Technologietransfer, etwa zu verbesserten Atomquellen und stabilen optischen Lösungen für Quantenchips, und machen die Ergebnisse über den Zukunftscluster hinaus für Unternehmen und internationale Partner nutzbar.

Der Erfolg spricht sich herum: Mit der WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG, der Laseroptik GmbH und der Optomech GmbH konnten auch drei neue Partner für die zweite Phase des Zukunftsclusters gewonnen werden.

Innovationscluster

Der QVLS-iLabs Zukunftscluster ist ein regionales Innovationsnetzwerk, doch diese Vision hat auch ein Zuhause: Im cluster-eigenen Deep-Tech-Labor mit einer Fläche von 350 Quadratmetern  in den Braunschweiger Rolleiwerken können Quanten-Startups ihre ersten Schritte machen – und Erfolgsgeschichte schreiben: zum Beispiel der Braunschweiger Quantencomputer von QUDORA Technologies GmbH, der effizienter rechnet als die Konkurrenz von Google und IBM. Unterstützung bietet auch die neu gegründete QVLS Innovation GmbH, die künftig das Clustermanagement professionell betreibt, den Betrieb der Deep-Tech-Labore in den Rolleiwerken übernimmt und weitere QT-Transferprojekte der Region antreibt.

hannoverimpuls als Schnittstelle für Quantentechnologie-Transfer

Das Ziel ist der Transfer von Quantentechnologien aus der Forschung in die wirtschaftliche Anwendung und die nachhaltige Stärkung des niedersächsischen Quantentechnologie-Ökosystems. Als Teil des c2s-Lab (Communication, Connection and Support Lab) wirkt hannoverimpuls gemeinsam mit Partnern wie QVLS e.V., der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) mit dem Quantentechnologie-Kompetenzzentrum (QTZ), der Leibniz Universität Hannover (LUH), der Technischen Universität Braunschweig (TUBS), der Braunschweig Zukunft GmbH und der phaeno gGmbH als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Unternehmen jeder Größe erhalten niedrigschwelligen Zugang zu Expertise, Forschung, Netzwerken und Fördermöglichkeiten sowie Unterstützung bei Vernetzung, Wissenstransfer, Projektentwicklung und der Umsetzung konkreter Anwendungen durch Beratung, Workshops, Innovationsprogramme, Technologiedemonstrationen und Austauschformate. Ziel ist es, Innovationen schneller in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen und den Technologiestandort Hannover-Braunschweig nachhaltig zu profilieren.

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Über QVLS: Das Quantum Valley Lower Saxony führt die niedersächsische Quantenexpertise aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammen. Der gemeinnützige Verein QVLS e. V. vereint ein breites Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Industriepartnern, Industrieverbänden sowie Wirtschaftsförderungen und bildet die gesamte Innovationskette von der Grundlagenforschung bis zur wirtschaftlichen Verwertung ab.

Über die Zukunftscluster-Initiative: Die Zukunftscluster-Initiative (Clusters4Future) ist eine Leuchtturmförderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Ihr Ziel ist es, Forschungserkenntnisse schneller nutzbar zu machen und in die Anwendung zu bringen.

Kontakt

hannoverimpuls
Projektleiter Trends & Innovation
Christian Brandel
Projektleiter Trends & Innovation
Quantentechnologietransfer
hannoverimpuls
Bereichsleitung Trends & Innovation
Dr. Georg Leuteritz
Bereichsleitung Trends & Innovation
hannoverimpuls GmbH
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