Koordinierungsstelle Frau und Beruf feiert 30-jähriges Bestehen
Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung stärken und gleichzeitig Unternehmen unterstützen, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten: Seit 30 Jahren verbindet die Koordinierungsstelle Frau und Beruf der Region Hannover beide Seiten des Arbeitsmarktes. Wie gefragt die Angebote der Koordinierungsstelle sind, zeigen die aktuellen Zahlen: Allein 2025 nahmen knapp 900 Frauen an Veranstaltungen teil, mehr als 300 Beratungen wurden durchgeführt. Viele Seminare sind bereits kurz nach Veröffentlichung des Jahresprogramms ausgebucht.
Die Koordinierungsstelle – vom Wiedereinstieg zur beruflichen Entwicklung
Die Wurzeln der Koordinierungsstelle reichen bis ins Jahr 1991 zurück. Damals richtete der damalige Landkreis Hannover eine Beratungsstelle für Berufsrückkehrerinnen ein. Ausgangspunkt war die wachsende Zahl von Frauen, die nach einer familienbedingten Unterbrechung wieder in den Beruf einsteigen wollten. Aus dem zunächst befristeten Angebot entwickelte sich in den folgenden Jahren eine dauerhafte Aufgabe.
Mit den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt haben sich auch die Themen weiterentwickelt. Heute geht es neben dem beruflichen Wiedereinstieg unter anderem um Neuorientierung und Qualifizierung, berufliche Entwicklung, Vereinbarkeit sowie wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Dabei nimmt die Koordinierungsstelle die gesamte Erwerbsbiografie in den Blick. Dazu gehört beispielsweise auch die Frage, welche langfristigen Auswirkungen längere Teilzeitphasen auf Einkommen, berufliche Entwicklung und Alterssicherung haben können
Verbinden, vernetzen, beraten
Die Koordinierungsstelle bietet individuelle Beratungen, Seminare und Qualifizierungsangebote an und ist zugleich in den Städten und Gemeinden der Region präsent. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Beratung von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte. Hinzu kommen Netzwerkangebote sowie Kooperationen mit Kommunen, Volkshochschulen, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und weiteren regionalen Partner*innen.
Gleichzeitig richtet sich die Arbeit ausdrücklich an Unternehmen. Ein wichtiger Baustein ist der Überbetriebliche Verbund, der 1997 mit 13 Mitgliedsunternehmen gegründet wurde und dessen Geschäftsstelle die Koordinierungsstelle führt. Heute gehören ihm rund 30 Unternehmen an. Im Mittelpunkt stehen unter anderem familienfreundliche Arbeitsbedingungen sowie die Frage, wie Unternehmen qualifizierte Mitarbeiterinnen gewinnen und langfristig binden können
Fachkräftepotenziale besser nutzen
Die Bedeutung dieser Schnittstellenfunktion wächst. Angesichts des Fachkräftebedarfs wird es für Unternehmen immer wichtiger, vorhandene Potenziale zu erschließen und Arbeitsbedingungen an unterschiedliche Lebensphasen anzupassen. Neben der Vereinbarkeit von Familie und Beruf rückt dabei zunehmend auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in den Fokus.
Die Koordinierungsstelle entwickelt ihre Angebote deshalb kontinuierlich weiter. Beratung vor Ort wird dabei ebenso eine Rolle spielen wie digitale Formate und regionale Netzwerke. Ziel bleibt, Frauen qualifikationsgerechte und existenzsichernde Beschäftigung zu ermöglichen und Unternehmen bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften zu unterstützen.
Die Koordinierungsstelle Frau und Beruf Region Hannover wird gefördert aus Mitteln des Landes Niedersachsen und der Europäischen Union.
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Kontakt
Christoph Borschel
Ayten Berse
Region Hannover
Beschäftigungsförderung
Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung