Immobilienmarktbericht 2026:
Erste Anzeichen für regionsweite Erholung
Der Immobilienmarkt in Hannover kommt langsam wieder in Schwung. Während Investoren wieder mehr Geld in Büros und Hotels stecken und die Nachfrage nach Logistikimmobilien sich stabilisiert, bleibt der Wohnungsmarkt angespannt, weil zu wenig gebaut wird. Gleichzeitig zeigt sich der Ruf nach Qualität, denn gefragt sind hochwertige Immobilien in guter Lage, die nachhaltig und flexibel nutzbar sind. Innovative Konzepte, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden, gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Büromarkt auf Vorjahresniveau
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Hannover rund 60.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet – genau so viel wie im Vorjahr. Auch für das gesamte Jahr wird ein ähnliches Ergebnis erwartet. Doch die Nachfrage hat sich verändert: Unternehmen prüfen ihren Flächenbedarf heute viel genauer als früher. Sie legen Wert auf moderne, gut erreichbare Büros mit zeitgemäßer Technik und hoher Aufenthaltsqualität. Flexibilität und Wirtschaftlichkeit spielen eine immer größere Rolle. Ältere, weniger attraktive Büros haben es dagegen immer schwerer. Sie müssen aufgewertet oder umgenutzt werden, sonst bleiben sie leer.
Wohnungsbau bleibt unter Druck
Der Wohnimmobilienmarkt in Hannover leidet unter einem zentralen Problem: Es wird zu wenig gebaut. Die Folgen sind spürbar: Zwar haben sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen stabilisiert, doch die Mieten steigen weiter, weil das Angebot einfach nicht ausreicht. 2025 war dabei ein Tiefpunkt: So wenige Baugenehmigungen und Fertigstellungen wie seit zehn Jahren nicht mehr – dabei bräuchte die Region deutlich mehr Wohnraum. Doch es gibt einen Lichtblick: Im ersten Halbjahr 2026 gab es leicht mehr Baugenehmigungen als noch 2025. Jetzt geht es darum, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Baustandards zu vereinfachen, um Kosten zu sparen und schneller bauen zu können. Die weitere Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes wird entscheidend davon abhängen, ob es gelingt, die Neubautätigkeit dauerhaft zu steigern und das Wohnungsangebot schrittweise an den hohen Bedarf anzupassen.
Logistikmarkt stabilisiert sich
Die Nachfrage nach Logistikimmobilien ist nach wie vor stark, wenn auch nicht mehr so hoch wie in den Spitzenjahren 2018 bis 2022. Besonders gefragt sind kleinere und mittelgroße Flächen. Allerdings dauern Entscheidungen heute länger – vor allem bei Unternehmen, die die Immobilien selbst nutzen wollen. Sie zögern, weil die wirtschaftliche Unsicherheit groß und die Baukosten hoch sind.
In den nächsten Jahren wird das Angebot an Logistikflächen wachsen und damit auch der Wettbewerb. Die Unterschiede zwischen den Immobilien werden dabei immer größer: Hochwertige Objekte in guter Lage können ihre Mietpreise halten, während weniger attraktive Immobilien mit Preisnachlässen kämpfen müssen.
Hotelmarkt weiter im Aufwind
2025 war ein Rekordjahr für die Hotels in der Landeshauptstadt: Mit 2,48 Millionen Übernachtungen wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Gleichzeitig gibt es mehr Hotels und mehr Betten in der Stadt. Die Zahlen zeigen, dass es der Branche gut geht: Die Auslastung der Hotels ist gestiegen, und obwohl der durchschnittliche Zimmerpreis leicht gesunken ist, verdienen die Hotels insgesamt mehr, weil mehr Zimmer belegt sind.
Neubauten, Sanierungen und Umnutzungen prägen das Angebot. Internationale Hotelketten gewinnen Marktanteile – ein Zeichen dafür, dass Hannover als Standort immer attraktiver wird. Kleinere, unabhängige Hotels haben es dagegen schwerer, weil der Wettbewerb härter wird.
Einzelhandel: Innenstadt im Wandel
Der Handel in Hannover verändert sich. Während Nahversorger und Fachmarktzentren stabil laufen, haben es einige Innenstadtlagen schwerer. Das liegt nicht an fehlender Nachfrage, sondern daran, dass sich die Anforderungen an die Immobilien ändern. Gefragt sind flexible, gut sichtbare Flächen in etablierten Lagen.
Ehemalige Warenhäuser werden immer öfter zu gemischten Quartieren umfunktioniert, in denen Handel mit Gastronomie, Dienstleistungen, Bildung, Freizeit und Wohnen kombiniert wird. Ein aktuelles Beispiel ist die Anmietung von 18.000 Quadratmetern im ehemaligen Galeria-Kaufhof-Gebäude durch die Region Hannover für die Cora-Berliner-Berufsbildenden Schulen. Das zeigt: Innenstädte müssen sich neu erfinden, um attraktiv zu bleiben.
Für 2026 wird ein Einzelhandelsumsatz von rund 9,05 Milliarden Euro in der Region Hannover erwartet – 300 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Immobilienmarktbericht: Alle Daten und Trends online
Wer es genau wissen will, findet alle Daten, Trends und Karten im Immobilienmarktbericht Hannover. Der Bericht wird gemeinsam mit 29 Partnern aus der Immobilienwirtschaft veröffentlicht. Eine kompakte Printausgabe fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen.
Vorgestellt wird der Bericht auch auf der Expo Real in München vom 5. bis 7. Oktober 2026.
Der Immobilienmarktbericht 2026 steht online auf www.immobilienmarktbericht-hannover.de für Sie zum Download bereit.
Immobilienmarktbericht 2026 Kompakt
Kontakt
Christoph Borschel
Dr. Kai Ingwersen
Region Hannover
Wirtschaftsförderung
Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung