Trends und Fakten: Wirtschaft in der Region Hannover im Wandel

14.04.2026  -  Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz: „Technologieparks sind ein Schlüssel“

Der strukturelle Wandel in der Region Hannover sorgt dafür, dass Branchen wie die Energiewirtschaft und wissensbasierte Dienstleistungen wachsen, während traditionelle Industrien massiv unter Druck stehen. Das zeigt die aktuelle Auswertung „Trends und Fakten 2025“ der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover, die ab sofort unter folgendem Link abrufbar ist. Und: Zwar ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten zehn Jahren um 67.000 auf 548.000 gestiegen, gleichzeitig hat sich das Wachstumstempo zuletzt jedoch deutlich verlangsamt.

Welche Branchen sind die wirtschaftlichen Gewinner in der Region Hannover?

Die derzeitigen Gewinner der Transformation sind klar erkennbar: Die Energiewirtschaft verzeichnet mit +8,7 Prozent jährlichem Beschäftigungswachstum und +2.300 neuen Jobs seit 2020 den stärksten Aufschwung und liegt dabei deutlich über dem Bundestrend. Treiber sind vor allem Unternehmen, die an Lösungen für die Energiewende arbeiten, von Windkraft über Wasserstoff bis zu Speichertechnologien. Auch wissensbasierte Dienstleistungen (+3,2 %, +6.400 Jobs) und die Gesundheitswirtschaft (+1,8 %, +7.200 Jobs) entwickeln sich besonders dynamisch. In diesem Zusammenhang erleben Naturwissenschaftlich-technische Berufe einen regelrechten Boom: IT- und IKT-Berufe wuchsen allein seit dem Vorjahr um +4,6 %, Mathematik-, Biologie- und Physikberufe sogar um +7,1 Prozent, Umweltschutz- und Geologieberufe um +3,7 Prozent.

Welche Branchen sind die wirtschaftlichen Verlierer in der Region Hannover?

Doch der Strukturwandel erzeugt auch Verlierer: Die Automotive-Branche verliert jährlich 0,5 Prozent ihrer sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (-600 Jobs seit 2020). Noch stärker  betroffen ist der Maschinenbau (-1,3 % p.a., -800 Jobs), die unter globaler Konkurrenz und Automatisierung leidet. Auch das Messe- und Kongresswesen (-3,8 %, -250 Jobs) kämpft mit veränderten Realitäten. An Bedeutung verlieren damit traditionelle Berufe wie Metallbearbeitung (-17 %) oder Maschinen- und Fahrzeugtechnik (-2,7 %).

» Die Zahlen zeigen: Wir stehen an einem Scheideweg. Einerseits wachsen unsere Zukunftsbranchen kräftig – andererseits müssen wir den Wandel in traditionellen Sektoren wie dem Maschinenbau oder der Automotive-Industrie aktiv begleiten. Genau hier setzen unsere beiden neuen Technologieparks an. In Garbsen, auf dem Maschinenbau-Campus, schaffen wir eine Brücke für Unternehmen, die sich neu erfinden müssen. In der Nordstadt entsteht dagegen ein Hotspot für völlig neue Technologien und Gründungen. Beide Standorte ergänzen sich perfekt und machen die Region Hannover zukunftsfest. «
Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover
» Der Strukturwandel ist eine riesige Chance, aber auch eine Herausforderung. Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen, deren Jobs in traditionellen Branchen wegfallen, neue Perspektiven bekommen. Gleichzeitig brauchen wir dringend Fachkräfte für die Zukunftsbranchen. Die Technologieparks werden hier eine zentrale Rolle spielen – als Orte, an denen Ausbildung, Forschung und Wirtschaft direkt zusammenarbeiten. «
Alexander Skubowius, Fachbereichsleiter Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

Wie ist die Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Region Hannover?

Trotz des Wachstums in Zukunftsbranchen bleibt der Arbeitsmarkt der Region Hannover angespannt. Die Arbeitslosenquote stieg 2025 auf 8,1 Prozent (2022: 7,1 %). Besonders betroffen sind junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, deren Arbeitslosenzahl auf über 4.600 anstieg (7,0 %). Gleichzeitig wird der Fachkräftemangel immer spürbarer: Aktuell durchlaufen 83.000 junge Menschen eine Ausbildung oder ein Studium in der Region – ein Rückgang von rund 7 Prozent gegenüber 2020. Besonders gefragt sind bei den Ausbildungen technische Berufe wie Elektro-, Metall- und Fahrzeugtechnik sowie Gesundheits- und Sozialberufe.

Was hat es mit den Technologieparks in der Region Hannover auf sich?

© loomn architekturkommunikation (LMT3 Architekten)

Beide Projekte verzahnen gleich mehrere bedeutende Faktoren

  • Sie stärken den Arbeits- und Ausbildungsmarkt, indem sie neue Jobs in Zukunftsfeldern schaffen.
  • Sie bieten jungen Menschen Perspektiven – durch günstiges studentisches Wohnen und den direkten Austausch mit Wissenschaft und Unternehmen.
  • Sie machen die Region Hannover attraktiv für Investoren, Start-ups und Talente aus ganz Deutschland und darüber hinaus.

 

Standort Nordstadt

Auf dem Gelände des Klinikums Region Hannover in direkter Nachbarschaft zum Uni-Hauptcampus werden bis 2034 zehn freigezogene Klinikgebäude auf rund 25.000 Quadratmetern für neue Nutzungen umgestaltet. Ab Ende 2027 ziehen die ersten Start-ups und Unternehmen ein. Der Fokus liegt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersecurity und Naturwissenschaften. Ergänzt wird das Konzept durch günstiges Wohnen, Labore, Büros und gastronomische Angebote.

Standort Garbsen

Am Campus Maschinenbau entsteht in Partnerschaft mit privaten Investoren ein moderner Technologiepark. Die Techfactory wird hier als Mieterin in den neuen ONE TechCampus (asto Group) einziehen. Der erste Bauabschnitt startet Ende dieses Jahres, die Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen.

„Trends und Fakten“ 2025 steht hier als PDF-Broschüre zum Download bereit.

Kontakt

Region Hannover
Pressesprecher
Christoph Borschel

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