Damit Medikamente bei Frühgeborenen ankommen: InhalPlus erhält 500.000 Euro Investment
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Medikamente erreichen die Lunge bisher kaum
Viele Frühgeborene werden auf der Intensivstation beim Atmen unterstützt: Über kleine Nasenstücke hält ein leichter Überdruck ihre Atemwege offen (CPAP). In Deutschland, Österreich und der Schweiz betrifft das jedes Jahr rund 37.000 Kinder, viele von ihnen entwickeln Lungenprobleme. Ein inhaliertes Medikament muss dabei den Weg durch den Beatmungskreislauf nehmen: Das Aerosol verdünnt sich im Atemgas, lagert sich in den Schläuchen ab oder geht über Leckagen verloren. Das InhalPlus Bypass-System setzt hier an. Es zweigt einen kleinen Teilstrom aus dem Beatmungskreislauf ab, reichert ihn außerhalb des Hauptgasstroms mit dem Medikament an und gibt ihn direkt an der Nase des Kindes ab. Die Atemunterstützung läuft dabei ohne Unterbrechung weiter. In Laboruntersuchungen mit einem Frühgeborenen-Atemsimulator erreichte das System eine bis zu achtfach höhere inhalierte Dosis als das klinische Standardsystem.
Vom Prototyp zum Produkt
Das Kapital ermöglicht es InhalPlus, seinen klinischen Prototyp zu einem serienfähigen Produkt weiterzuentwickeln, die regulatorischen Unterlagen für die spätere Zertifizierung als Medizinprodukt zu erarbeiten und das Team auszubauen. Zugleich dient es als Eigenanteil für öffentliche Förderprogramme. Für Anfang 2027 ist der Start der ersten klinischen Studie geplant, eine sogenannte Proof-of-Concept-Studie: An neonatologischen Zentren soll das System dann erstmals bei Frühgeborenen eingesetzt werden. Gefördert wird die Studie vom IBT Lower Saxony, dem Institute for Biomedical Translation von Niedersachsen.next, aus dem Programm „zukunft.niedersachsen“ des Landes Niedersachsen und der VolkswagenStiftung. Auf den Markt kommen soll das System ab 2029, zunächst in ausgewählten Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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„Hier trifft ein klarer medizinischer Bedarf auf eine Technologie, die in Niedersachsen über viele Jahre entwickelt wurde. Genau solche Gründungen wollen wir früh begleiten“, sagt Susanne Hauck, Beteiligungsmanagerin der NBank Capital. „Ein Frühgeborenes atmet mit jedem Atemzug nur wenige Milliliter ein. Bisher geht oft der größte Teil eines inhalierten Medikaments auf dem Weg in die Lunge verloren“, sagt Dr. Felix Carl Wiegandt, Mitgründer und Geschäftsführer von InhalPlus. „Unser System ist darauf ausgelegt, dass das Medikament auch bei den kleinsten Patientinnen und Patienten dort ankommt, wo es wirken soll: in der Lunge. Mit NBank Capital haben wir einen Partner an unserer Seite, der weiß, dass Medizintechnik einen langen Atem braucht.“ InhalPlus wurde von Dr. Felix Carl Wiegandt (CEO), Dr. Gerhard Pohlmann (CSO) und Dr. Dirk Schäfer (CFO) gegründet und nutzt Patente der Fraunhofer-Gesellschaft in exklusiver Lizenz. Langfristig sieht das Unternehmen auch in der Atemtherapie bei Erwachsenen ein Anwendungsfeld. Die 500.000 Euro bilden die Pre-Seed-Runde von InhalPlus, die nächste Finanzierungsrunde ist für 2027 geplant.
Von der ersten Idee zur innovativen Gesundheitslösung
InhalPlus wurde bereits früh von hannoverimpuls auf seinem Weg begleitet. Als eines der ersten Teams nahm das Startup am Future Health Lab teil, einem Innovationsprogramm, das insgesamt 16 Teams bei der Entwicklung und Markteinführung neuer Gesundheitslösungen unterstützte. Durch individuelles Coaching, praxisnahe Workshops und den Zugang zu einem Netzwerk aus Branchenexpert*innen und potenziellen Kapitalgeber*innen konnte InhalPlus sein Geschäftsmodell gezielt weiterentwickeln. 2024 präsentierte das Startup seine Idee unter anderem bei weiteren Formaten wie bei der „Höhle der Karpfen“, dem Pitch-Format von hannoverimpuls. Der Werdegang von InhalPlus zeigt beispielhaft, wie aus innovativen Ideen durch gezielte Gründungsförderung und Vernetzung konkrete Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen entstehen können.
Über InhalPlus
Die InhalPlus GmbH mit Sitz in Hannover entwickelt eine patentgeschützte Plattform für die inhalative Wirkstoffgabe bei Patientinnen und Patienten unter Atemunterstützung. Erste Anwendung sind Frühgeborene unter nicht-invasiver Atemunterstützung. Das Unternehmen wurde im August 2026 als Ausgründung aus dem Fraunhofer ITEM gegründet. www.inhalplus.com
InhalPlus GmbH
Dr. Felix Carl Wiegandt, CEO
Fichtestr. 37, 30625 Hannover
Telefon +49 151 68423003
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